Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 33, März 1943)

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Gegensatz zum ersten Weltkriege die Heimat in einer unbeug 
samen Entschlossenheit bei Euch an der Front versammelt ist, 
daß neben je^em Stahlhelm das Gesicht eines Kindes schimmert, 
auf jeden Lauf eines Maschinengewehres sich die Hand einer 
Frau legt, um das Rohr jedes Geschützes sich der Arm dieses 
älteren Mannes schlingt, der schon 1916 bei Verdun und an 
der Somme gekämpft hat; denn wir haben im ersten Weltkrieg 
allesamt miterlebt, daß Nachgiebigkeit dem Engländer oder 
Amerikaner, das Vertrauen auf solche Versprechungen von 14 
oder 100 Punkten, der Glaube an Humanität, Menscheusreund- 
lichkeit, Gleichheit aller Menschen ein gemeinsamer Schwindel 
ist, welcher hinzielt aus das deutsche Gemüt, die deutsche Schwäche, 
die deutsche Bereitschaft schönen Worten, großen Gesten, zu 
glauben und daraufhin sich zu verhalten, die Waffen abzu 
liefern und sich selbst auszuliefern mit Haut und Haaren. Das 
ist uns schon einmal passiert beim Wasfenstillstand 1918 und 
im Friedensschluß bei Versailles. — Diesen Alpdruck aus der 
furchtbarsten Nacht des Deutschtums seit dem Dreißigjährigen 
Kriege, den werden wir nie vergessen im Schimmer des an 
gehenden Tages des Jahres 1943, denn es geht um Sein oder 
Nichtsein. 
Fm Geist Euch allen, Kameraden, kräftig die Hand drückend 
Euer D ö b e r i tz, Pressewart. 
Ortsgruppe Malsfeld 
21. Februar 1943. 
Liebe Kameraden! 
Daß Front und Heimat zusammengehören, bewies am Sonn 
tag, den 14. Februar, die Gemeinde Malsfeld. Die NSDAP, 
hatte unter Mitwirkung der NS.-Frauenfchaft die V.rwunckten 
des Referve-La^a.elts Melsungen eingeladen. Zum Empfang der 
selben hatten sich unter Führung des Hoheitsträgcrs die Poli 
tischen Leiter, sowie der Kameradschaftsführer der NSKOB. 
eingefunden. Am Bahnhof setzte sich der Zug unter Ein 
gliederung des BdM. in Bewegung und marschierte unter den 
Klängen einer Musikkapelle durch den Ort zur Gastwirtschaft 
Landesfeind. Die Beinverletzten wurden mit Droschken zum 
Festsaal gefahren. Hier hatten fleißige Hände der NS.-Frauen- 
schaft den Saal in einer würdigen und herrlichen Pracht ge 
schmückt. An den reichgedeckten Kaffeetafeln nahmen unsere 
Helden Platz. Ortsgruppenleiter Bläsing begrüßte im Namen 
der Partei und der Gemeinde die Ehrenbürger der Nation im 
feldgrauen Rock und wünschte ihnen angenehme Stunden. Die 
Fugendgruppe der NS.-Frauenschaft bot den Verwundeten ein 
abwechslungsreiches Programm und die Musikkapelle tat ihr 
nötiges dazu. Selbst unter den Verwundeten gab es einige, 
die die Bühne bestiegen und humorvolle Sachen vortrugen. 
Nach der Kaffeetafel und dem fröhlichen Teil führte die 
Hitlerjugend die Gäste in die Quartiere zum Abendbrot. An 
schließend fand man sich wieder im Saal zusammen. Ober 
leutnant D r o l l dankte im Aufträge des Reserve-Lazaretts für 
die freundliche Aufnahme und Bewirtung und stellte die Liebe 
der Heimat zu unseren Soldaten heraus. Mit der Musikkapelle 
und unter Beteiligung der Bevölkerung wurden die Verwun 
deten wieder zum Bahnhof begleitet. — Es war nicht nur für 
die Verwundeten, sondern auch für ganz Malsfeld ein Fest. 
Fe härter der Kampf und je größer der Einsatz, desto fester 
die Verbundenheit zwischen Heimat und Front. Das haben die 
Malsfelder durch die Tat bewiesen. 
In Urlaub aus Norwegen weilten hier: Otto Udersbach 
und Heinrich G i e ß l e r II. 
Es grüßt Euch alle Eure Heimat mit dem Wunsche auf 
ein gesundes und frohes Wiedersehen. 
Heil Hitler! Euer Ortsgruppen-Presseamtsleiter 
V. W e i d e m a n n. 
Ortsgruppe I4le6ermöIIrictl 
19. Februar 1943. 
Liebe Kameraden! 
Auf einen gar milden Winter schauen wir zurück, und 
zeitig begann das Drängen der nährenden Säfte aus der Tiefe 
unserer Mutter Erde. Fn Stürmen» Regenfällen und kurzer 
Befonnung Wechsel.en die atmosphä.ischen Spannungen und fan 
den in ihrem Borfrühlingscharakter Anfang Februar ihre Lösung 
in einem ersten Gewitter in Regen und Schnee. Anders die 
Spannungen in unserm Innern, die — wie in ganz Deutsch 
land — unsere Herzen immer härter bedrängten! Halten sie 
bereits an unserem Parteiabend im Januar nach einem Vor 
trag über den Großostraum die Aussprache beherrscht — bei 
dem Parteiappell am Vorabend des 30. Januar, der 10jäh- 
rigen Wiederkehr der Machtübernahme "durch den Führer, brach 
nach Aufzeigung der Größe der drohenden Gefahr aus diesen 
Spannungen eine Bereitschaft, der die Maßnahmen der Re 
gierung nicht radikal genug waren, die Durchführung der 
Mobi.isierung nicht beschleunigt genug. Und dieses spontane Her 
vorbrechen des Pflichtgefühls fand seinen starken Ausdruck in 
der Abendversammlung am 6. Februar, wo NSKK.-Führer 
Pg. Koch aus Hamburg von den Zielen des Weltjudentums 
ausgehend in überzeugender Rede nahebrachte, daß allein Deutsch 
land aus Grund seiner innen- und außenpolitischen Leistungen 
unter nationalsozialistischer Führung berufen ist, Europa vor 
grauenvollem Untergang zu bewahren. Die Führerehrung wurde 
zu einem von jedem Wankelmut unangefochtenen Treuegelöbnis. 
Zu dieser Versammlung, der größten, die ich bisher in unserm 
Dorf gesehen und geleitet, war ein Viertel der Einwohnerschaft 
erschienen; und am Tage darauf, dem Sonntag der Straßen- 
sammlung, schnellte das Sammelergebnis zur dreifachen Höhe des 
seither durchschni.tlich gespendeten Betrages empor (1443,50 RM.). 
Unbedingte Zustimmung, atmendes, opferbereites Pflichtbewußt 
sein: 
Und als ich gestern, um einen Blick auf den noch schüch 
ternen Gemüsegarten des BdM. zu werfen, den Weg am Fried 
hof vorbeiging, wo man hinter den Lebensbüumen eben ein 
Grab ausgehoben, und dann über dem baumbestandenen, lau 
schigen, zum Fluß abfallenden Steilhang 
an der Wegbiegung nach dem benachbarten 
Lohre hinabschaute, wo der Großvater 
unseres Generalfeldmarschalls Paulus 
einst neben seiner Landwirtschaft noch eine 
Molkerei betrieb, da mußte ich im An 
blick der schönen, wohlgeordneten, beseel 
ten Edder-Schwalmlandschaft und des stil 
len Friedens unseres Dorfes wieder der 
aus dem Osten furchtbar drohenden Ge 
fahr gedenken, und als fast gleichzeitig 
mit tönenden, weit klafternden Schwin 
gen — eine wildschöne Erscheinung — 
der hier heimisch gewordene Vogel un 
serer Märchenwelt seine langgezogene 
Flugbahn bis zu meinem Standort aus 
dehnte, der mythische Vogel Freias und 
der Walküren: da überkam mich von 
neuem die mitleidlose Gewißheit, daß in 
der großen Entscheidung im Osten nicht 
bloß um den Bestand des Reiches, um 
unsere Existenz als deutsche Menschen, 
um das engbegrenzte Leben des einzelnen 
gerungen wird - daß es um Ewigkeits 
werte geht, um den Urgrund unseres nor 
dischen Wesens, um Geist und Seele und 
alle Zeugen unserer ganzen, mehr als 
vier Jahrtausende währenden germanisch 
deutschen Geschichte und Kultur. 
Aus flüchtiger Depression erhob mich 
wieder die Erinnerung an die Zuversicht 
des Führers, der Glaube an seine Sen 
dung und — angesichts des Dorfes — 
auch der nachwirkende Eindruck aus
	        

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