Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 29/30, den 1. Dezember 1942)

wagen, rissen die Schläuche 
herunter, liefen damit in 
Richtung Eder, rollten die 
Schläuche aus und schraub 
ten sie wie geübte Feuer 
wehrleute zusammen. Dadurch 
wurde unserem F.O.T. (I. 
W.), dem so schon bei der 
Hitze in rauhen Mengen Per 
len unter seiner Feuerwehr 
mütze hervorquollen, manches 
Kommando erspart. Der 
Brand wurde auf seinen 
Herd beschränkt, das Wohn 
haus und ein anderes Stall 
gebäude blieben unversehrt. 
Zahlreiche Urlauber, be 
sonders aus dem Osten, konn 
ten mir begrüßen, und dank 
bar hörten wir ihnen zu, 
wenn sie von den harten 
und opfervollen Kämpfen be 
richteten, die sie gegen dic 
'Bolschewisten bestanden hatten. 
Zum Schluß kurz einige 
Worte über Eure Anschrift 
imb Feldpostnummer. Da 
mit die tzeimatzeitung „Un 
ser ist der Sieg" und son 
stige Zusendungen auch an 
Euch ankommen können, müßt Fhr stets jede Aenderung Eurer 
Feldpostnummer der Kreisleitung oder der Ortsgruppe mitteilen. 
Wie groß die Freude über den Erhalt von Zeitungen und 
Zeitschriften aus der Heimat ist, das wird mir immer wieder 
von den Urlaubern bestätigt, und kommt auch in den von Euch 
an mich gerichteten Briefen zum Ausdruck. Für letztere, soweit 
ich sie Euch noch nicht beantwortet habe, sage ich Euch hier 
mit herzlichen Dank. 
Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und gleichzeitig im 
neuen Jahre gesunde und siegreiche Heimkehr wünschend, 
grüßt Euch herzlich Euer H. Sinning. 
Ihr lieben Soldaten aus Altenbrunslar! Nun feiern viele 
von Euch ihre vierte Kriegsweihnacht fern der Heimat im 
hohen Norden, im Osten wohl die meisten, einige im Süd 
osten und im Westen! Euer Heimatdörschen sendet Euch 
allen herzliche Weihnachtsgrüße mit den besten Wünschen 
für das kommende Kampfjahr. Als besonderen Gruß hat Euch 
Helmut eine Aufnahme gemacht, die Euch Euer Heimatdörs 
chen im Sommer 1942 zeigt. Möge das Bild in Euch ver 
gangene Erlebnisse wachrufen, die an dieses Bild erinnern. 
Biele von Euch waren ja in diesem Jahre in Urlaub und 
wir konnten uns wieder mal ins Auge schauen. Gefreut hat 
mich, daß alle von Euch, wie auch wir, den felsenfesten Glau 
ben an den Endsieg unserer stolzen Waffen haben. Behaltet 
diese Treue und kehrt alle gesund in Eure schöne Heimat 
zurück. Dies wünscht Euch mit einem herzlichen Heil Hitler! 
Euer Heinrich Scherz. 
Ortsgruppe Oensungen 
Liebe Gensunger und Rhündaer Soldaten! Ein Jahr ist 
seit unserem letzten großen Bericht bereits wieder vergangen. 
Bon Euch ist in dieser Zeit Vieles und Großes geleistet wor 
den. Stolz sind wir deshalb auch auf Euch, denn sehr viele 
unserer Soldaten sind befördert und ausgezeichnet worden. 
Einige sind auch verwundet und krank gewesen. Ludwig 
B ä ch t. Iochein P r i n z. Heinz A ß in a n n, Hans G ii n - 
t h e r, E.nst Werner, Kurt Klapp, Karl Knau st, Her 
mann Bauer, Heinrich Nachbar, Georg Weiler sind 
leider schwerer getroffen ivorden. Ihnen wünschen wir für 
die Zukunft das Allerbeste. Auch der Tod forderte in 1942 
wieder sein Recht. Johannes Heine, Heinrich Kersten, 
Otto I l g n e r, Bahnhofsvorsteher Gelbe, Paul U l b r i ch, 
Fritz Landau, Karl L a n d r e b e. Reinhold G e r h o l d. 
Herbert B a u p e l, Willi Claus, Paul Weiler opferten 
ihr Leben. Ihrer und aller vor ihnen gefallenen Kameraden 
fei besonders gedacht. In einer kurzen und schlichten Feier 
stunde am 9. November ehrten wir am Horst-Wessel-Platz die 
Helden des Weltkrieges, des 9. November 1923 und des 
jetzigen Krieges. 
Auch von uns in der Heimat wurde viel gefordert und 
geleistet. In Eurem Interesse haben wir alles gern und freu 
dig getan. Kein Rad ist stehengeblieben, Wind und Wetter 
haben wir getrotzt und die Ernte, die noch viel besser wurde, 
als mir alle dachten, ist wohl geborgen. Bewundernswert 
waren die über das Soll hinaus getätigten Ablieferungen von 
Getreide und Kartoffeln. So etwas hat der Bahnhof Gen 
sungen noch nicht erlebt. Wurden doch an manchen Tagen bis 
zu 15 Waggons hier verladen. Die Reichsbahn hat in diesem 
Jahre nie dagewesene Leistungen vollbracht und ihr sei auch 
herzlich gedankt. Das Erntedankfest wurde ebenfalls am Horst- 
Wessel-Platz in einfach schlichter Weise durchgeführt. Hierbei 
wirkte auch der Gesangverein „Harmonie" unter Stabführung 
von Pg. Heerdt mit. 
Bet allen Sammlungen können wir uns rühmen, stets mit 
an den ersten Stellen gestanden zu haben. Beträge von über 
1700 RM. bei den Opfersonntagen waren keine Seltenheit. 
Bei der Woll- und Wintersachen- sowie Skisammlung und 
der Buchspende zeigte sich die gesamte Einwohnerschaft von 
der guten Seite, und wir konnten mit vielen gleichen Orts 
gruppen in Wettbewerb treten. Unsere Schulen und die Glie 
derungen der HI. sammelten überaus fleißig Heilkräuter, 
Wildfrüchte und Bucheckern, halfen bei den Bauern und ar 
beiten zur Zeit mit wahrem Feuereifer an der Herstellung 
von Spielzeug. Bei all diesen Verpflichtungen haben sie das 
Lernen nicht vergessen und sammeln zur Vergrößerung unserer 
Rohstoffvorräte noch fleißig Lumpen, Knochen, Eisen und 
Papier. 
Das Standesamt berichtet uns, daß im letzten Jahre 13 
Eheschließungen stattfanden und 17 Geburten vermerkt wer 
den konnten, und zum Glück nur wenige Sterbefälle zu oer- 
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