Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 29/30, den 1. Dezember 1942)

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harren des Endsieges, der kommen muß und kommen wird, 
trotz aller noch so tönenden, angeblich billigen Siegestiraden 
der Anglo-Amerikaner. 
Nun wünsche ich Euch weiterhin alles Gute und sende 
Euch in herzlicher Verbundenheit innige Weihnachtsgrüße mit 
einem frohen Heil Hitler! Euer H. Trott. 
Ortsgruppe Spangenberg 
Liebe Kameraden! Den heutigen Heimatbericht bekommt 
Ihr in der Hauptsache über Spangenberg. Die Chronisten 
der Dörfer in der Ortsgruppe kommen dann zum nächsten 
Mal zum Wort. Inzwischen meldet schon: 
Bockerode-Dinkelberg durch Pg. Aschenbrenner: 
Im Urlaub konnten wir zu Hause begrüßen: Willi Sie- 
m o n, Karl H o l l st e i n, Ernst K r e y e. Bernhard S i e m o n 
hat sich im Urlaub verlobt mit Fräulein Minna H o h m a n n 
aus Großalmerode. Im Lehrerhaus wurde vor kurzem der 
zweite Sohn geboren. Daß Pg. Lehrer M ü n s ch e r zu einer 
Lehrerbildungsanstalt abbeordert wurde, werdet Ihr schon 
wissen. Unser Fleischbeschauer Iohs. B o r s ch e l ist, 61 Jahre 
alt, nach kurzer Krankheit gestorben. 
Die Ernte war in diesem Jahre sehr gut. Wir hatten die 
große Freude, daß das Erntedankfest der Ortsgruppe am 
4. Oktober bei uns im Kördel'schen Saal gefeiert wurde. Die 
Ausgestaltung hatten die Maiden vom RADwI. zusammen 
mit der örtlichen Jugend übernommen. In feierlicher Weise 
überreichte ich dem Hoheitsträger Pg. Fenn er den Ernte 
kranz, als Sinnbild der Uebergabe der Ernte in die Hand 
des ganzen Volkes. Der Ortsgruppenleiter sprach zu uns und 
gedachte auch des Sohnes unseres Dorfes, August K l ö p f e l, 
der bei Noworossisk sein junges Leben für Führer und Volk 
gegeben hat. Den Höhepunkt der Feier bildete die Auszeich 
nung von sieben Bauersfrauen aus der Ortsgruppe, die ihren 
Betrieb vorbildlich geführt haben. 
Mörshausen durch Parteigenossen H o f m a n n : 
Karl Werkmeister erhielt für ein schneidiges Stoß 
truppunternehmen an der Ostfront das Eiserne Kreuz 2. Klasse. 
Wilhelm Wicke ist nach überstandener Lungenentzündung aus 
dem Lazarett entlassen. 
Pfieffe und Bischofferode hatten gemeinsam im August den 
Besuch des Reservelazaretts Melsungen. Es war ganz herr- 
Unsere schöne Heimat! Liebcnbachbrunnen in Spangenderg 
liches Sonntagswetter. Die Waldwiese beim Wasserwerk in 
Bischofferode war ein ebenso schöner Rahmen für die Kaffee 
tafel und das Beisammensein wie des Bürgermeisters Obst 
garten in Pfieffe. BdM., HI., die Dorfbewohner und die 
Maiden vom Arbeitsdienst in der Beieröde gaben sich mit 
Erfolg alle Mühe, Euern verwundeten Kameraden ein paar 
schöne Stunden zu bereiten. Es gab Mittag- und Abendessen 
in den Quartieren. Es haben sich sicher alle recht wohl und 
wie bei Muttern zu Hanse gefühlt. Die Gäste wurden an 
beiden Orten vom Ortsgruppenleiter Fenn er und Bürger- 
ineifter S t e i n b a ch und B r a n d a u begriißt. Bestimmt 
ein schöner Tag, den man auf beiden Seiten so leicht nicht 
vergißt. 
Und nun zu Spangenberg und Elbersdorf: 
Das Mühlenrätsel haben nur wenige gelöst. Der lauschige 
Winkel liegt so nahe bei der Stadt, Gerlachs Mühle in 
Elbersdorf. Sie hieß früher Kapellenmühle. Nach ihr haben 
wir in Spangenberg den Kapellenmüllerweg benannt. 
Für die Stadt und ihr Hinterland war der 20. August ein 
bedeutungsvoller Tag, und zwar durch die Einrichtung der 
Hauptschule. Etwa 30 Kinder werden in ihr durch den Pg. 
Ruhl unterrichtet. Wie Ihr wißt, handelt es sich um die 
Schulart, die trotz des Krieges auf ausdrückliche Anordnung 
des Führers im ganzen Reich eingerichtet wird, um nunmehr 
aus allen Bevölkerungskreisen die befähigsten deutschen Kinder 
heranzuholen und ihnen die Wege frei zu machen, die sie kraft 
ihrer Anlagen nun einmal beschreiten können. Es braucht dabei 
in keiner Weise inehr auf den Geldbeutel der Eltern Rücksicht 
genommen zu werden. Und wiederum wird ein wichliger Pro 
grammpunkt der NSDAP, seiner Verwirklichung näher ge 
führt. In der Volksschule konnten am gleichen Tage 37 Jun 
gen und 31 Mädel neu aufgenommen werden, sodaß von vorn 
herein zwei Klassen notwendig wurden. Das ist and) erst 
malig in Spangenberg. 
Bei der Firma G. W. S a l z m a n n gab es am 20. August 
ein Schadenfeuer, das dank dem schnellen Zugriff der Werk 
feuerwehr und der Ortsfeuerwehr im Keim erstickt werden 
konnte. 
Wenn wir nicht im Kriege wären, hätten wir uns vielleicht 
zum 8. September ein kleines Heimatfest geleistet. Fünf Jahre 
sind seit dem letzten vergangen und am 8. September schauen 
Kuno und Else 40 Jahre auf ihren Brunnen anr Marktplatz 
herab. 
Am 27. September wurden in feierlicher Handlung die 
jungen Parteigenossen und Genossinnen in die Ortsgruppe 
aufgenommen. Sie sind nun zum großen Teil schon zum Ar 
beitsdienst oder zur Wehrmacht eingerückt. 
In der Beieröde hat die Belegschaft gewechselt. Neue Mai 
den sind eingezogen. Die Lagerführerin Fräulein Inge Wer 
ner hat uns Anfang September verlassen. Fräulein Bieh- 
m a n n i st an ihre Stelle getreten. Die erste Führerin, Frau 
K ö tz, hat wieder ein Lager in Zierenberq übernommen, nach 
dem sie ein Jahr im Osten war. Ihr Mann tat dort Dienst 
als Landjahrführer in den Beskiden. Aber es zog ihn an 
die Front. Er wurde schwer verwundet. Wir wünschen ihm 
gute Genesung! 
Ueber das Erntedankfest der Ortsgruppe wurde an an 
derer Stelle berichtet. In Spangenberg selbst haben wir es 
einmal wieder in Gestalt der Kirmes gefeiert. Wir hatten uns 
dazu schon lange die Verwundeten des Reservelazaretts Mel 
sungen eingeladen und vor allem sollten unsere Kinder einmal 
wieder eine Freude haben. Der Tag fing mit Regen an, aber 
ich glaube, er hat doch allen gut gefallen, sogar denen, die von 
einer Kirmes im Krieg nichts wissen wollten. Unsere Kinder 
sind voll auf ihre Kosten gekommen. Es gab ein Karussell, 
eine Schießbude und sogar Frankfurter Wüstchen und Zucker 
zeug. Alles gegen Marken natürlich, wie sich das gehört. Im 
Lichtspielhaus Stöhr hielt uns Heimatschriftsteller Wilhelm
	        

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