Full text: Unser ist der Sieg (Nr. 24, den 1. April 1942)

mit den toten Kameraden kurze Zwiesprache zu halten. Ihr 
Kreis ist inzwischen größer geworden und wird noch größer 
werden. Die jungen toten Helden haben sich eingereiht in die 
großen Kolonnen der toten Kameraden des Weltkrieges 
1914—1918 und der Bewegung. Sie schauen nun auf uns 
herab und rufen uns zu: Trauert nicht um uns! Wir starben 
für Deutschlands Größe und Herrlichkeit! Auch wir wollen, so 
schloß der Obersturmführer, stark und tapfer sein und kämpfen, 
bis der Endsieg errungen ist. Abschließend legte im Namen 
der Partei der stellv. Kreisleiter Landrat Orthwein einen 
Kranz nieder. Im ganzen deutschen Vaterland, so führte er 
aus, treten heute Männer und Frauen an die Gräber der 
Gefallenen. Sie kommen nicht um zu klagen und zu weinen, 
sie kommen um sich aufzurichten. Es ist ein unerbittliches 
Natur- und Gottesgesetz, daß neben dem Leben auch der Tod 
steht. Und wie in der Natur, so ist es auch in dem Leben des 
Volkes: Es müssen Menschen sterben, damit das Volk leben 
kann, So neigen wir uns in Ehrfurcht vor den Angehörigen 
der gefallenen Helden. Wir sind stolz auf unser Volk, das 
Menschen hervorbringt, die bereit sind, ihr Leben zu opfern. 
Das Volk ist ewig, die Menschen sind vergänglich. Es folgte 
anschließend die Ehrung der toten Helden. Die Fahnen neigten 
sich zum Gruß. während der SA.-Musikzug das Lied vom 
guten Kameraden spielte. 
Am Mittag des Heldengedenktages legte im Aufträge des 
Gauleiters, dessen Stellvertreter, SA.-Brigadeführer Solbrig, 
in Anwesenheit weiterer engster Mitarbeiter des Gauleiters 
und des stellv. Kreisleiters von Melsungen. Landrat Orthwein, 
am Gauehrenmal auf dem Heiligenberg, das allen gefallenen 
kurhessischen Kriegern gewidmet ist, einen Kranz mit Worten 
dankbaren Gedenkens an ihre toten Söhne nieder. 
So ist sich die Heimat der Pflicht bewußt, die sie der 
Front gegenüber zu erfüllen hat. Der Kampf, der nun noch 
vor uns steht, erfordert unsere ganze Kraft. Aber ein jeder 
von uns weiß, was er zu leisten hat. 
Wir grüßen unsere Soldaten, wo sie auch stehen, zum 
Osterfest mit einem herzlichen Siegheil! 
Der Ortsgruppenleiter. F.B. Trott. 
Ortsyruppe ^leumorscHen 
Liebe Kameraden! In den Weihnachtstagen hatte der 
Aufruf unseres Führers Adolf Hitler zur Woll- und Winter 
sachensammlung für die Soldaten der Ostfront wieder einmal 
die Front der Heimat zur Stelle gerufen. Auch in unserer 
Ortsgruppe Neumorschen wurde der Ruf gehört und da war 
keiner, der sich diesem Ruf entzogen hätte. Als die erste 
Sammlungswelle vorüber war, galt es, aus alten Sachen und 
dem vorhandenen kleineren Pelzwerk und sonstigem Material 
Neues zu machen. Hier setzte die Kleinarbeit der Frauenschaft 
ein u nd so sah man bald Abend für Abend die Frauen in die 
alte Schule wandern, das Nähzeug in der Tasche, und nun hub 
eine regsame Arbeit der fleißigen Hände an, die im Nu die 
herrlichsten, warmen Dinge hervorzauberten, deren der Soldat 
auf winterlicher Wacht im Lande der Sowjet bedurfte. Da 
zwischen erzählten sich die Frauen den Inhalt der Feldpost- 
Abend für Abend regten sich in Neumorschen die Hände. 
briefe und stellten dabei wohl auch Vergleiche zwischen dem 
jetzigen Krieg und dem von 1914/18 an. was wohl kein 
Mensch so fertig bringt, wie die für das leibliche Wohl ihrer 
Lieben sorgende Hausfrau. Kurz, es war ein fröhliches Schaf 
fen und Wirken! Und damit ihr lieben Soldaten draußen 
Euch eine, wenn auch schwache Vorstellung davon machen könnt, 
habe ich ein kleines Foto von eurem Nähabend gemacht. Kennt 
Ihr Eure Weibsleute heraus? Freilich sind nicht alle gut zu 
sehen; dafür war der Platz zu eng, aber ich hoffe, daß Ihr 
auch so Freude daran habt. 
Heil Hitler! Euer A. Steffen, Ortsgr.-Propagandal. 
Ortsgruppe Spangenberg 
Liebe Kameraden! Diesmal bekommt Ihr nur einen Kurz 
bericht aus der Heimat. Der Jahresschluß stand unter dem 
Zeichen der Woll- und Pelzsachensammlung für Euch. Er 
staunt war ich, wie viel Pelze hier zusammengebracht wurden 
und was geschickte Frauenhände daraus gemacht haben. 14 
So fleißig war man in Spangenberg. 
Tage lang wurde heftig gestichelt und genäht. Sogar von den 
Dörfern kamen die Mädels herein. Frl. Julie Koch hier, die 
Euch aus dem vorstehenden Bildchen anblickt, war am aller 
fleißigsten dabei. Sie hat vom ersten bis zum letzten Tag 
ihre Zeit unentgeltlich für Euch geopfert. 
Daß Fritz Siebert seinen im Osten empfangenen Wunden 
erlag, werdet Ihr schon erfahren haben. Er wurde auf dem 
hiesigen Friedhof mit militärischen Ehren feierlich beigesetzt. 
Erich Schanze, ein erster Angehöriger der HI. in Spangen 
berg und seit 1936 freiwillig im Heeresdienst, der als Feld 
webel im Osten kämpfte, wurde schwer verwundet und wird 
vermißt, vielleicht ist er gefallen. Auch August Siebert aus 
Neubeckers Haus, einer der jungen Spangenberger Pg. aus 
der Kampfzeit, zuletzt bei der Reichspost in Kassel beschäftigt, 
gab sein Leben für das Vaterland. Das feindliche Geschoß 
traf ihn in dem Augenblick, in dem er einen verwundeten 
Kameraden bergen wollte. Aus Herlefeld gab Emil Reinhardt 
am 10. Januar im Kampf mit dem Weltfeind im Osten sein 
junges Leben für das Vaterland. 
In der letzten Zeit waren unter anderem auf Urlaub zu 
Haus Wilh. Lämmert, Henner Mell, Kühlborn (Schnellrode), 
Albert (Elbersdorf), K. Angersbach, Gg. Mier, Gefr. Tietze, 
Karr Koch (Org. Todt). Uffz. Noll ist in die Heimat ent 
lassen. 
Hauptmann Jütte hat mir eingehend seine Erlebnisse mit 
den Bolschewicken geschildert und dieser Bericht wird ergänzt 
durch manchen Brief aus der Front. Willi Gerstung schreibt 
aus dem hohen Norden; Karl Eckel, Anton Ellrich und Her 
zog aus dem Osten; Christian Schaub und August Münz von 
der Insel Kreta. Aus allen Briefen hören wir' die Zuversicht, 
mit der Ihr auf die Abrechnung mit den Bolschewisten wartet. 
In der gleichen Zuversicht sehen auch wir in der Heimat 
den kommenden Ereignissen entgegen. Wir werden an un 
serem Teil alles tun. dafür zu sorgen, daß Ihr eine der Front 
würdige Heimat hinter Euch wißt. 
Die Heimat grüßt Euch durch Euren Ortsgruppenleiter 
herzlich mit Heil Hitler! Th. Fenn er, Ortsgruppenleiter. 
191
	        

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