Full text: Europäischer Frieden

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hat und daß wir ihr zu einem großen Teil den Erfolg unsere^ 
eigenen Fortschritte in den letzten Jahren danken. Sehen Sie 
auf die Karte von Afrika, die vor 1885 veröffentlicht wurde 
und vergleichen Sic sie mit der Karte von 1899. Sie werden 
sehen, daß große Strecken Land in Osten und Westen und 
Süden dazu gekommen sind, ich will nicht sagen zu britischen 
Kolonien, aber sicher zu britischem Einfluß, denn da ist kein 
Fußbreit Land von diesen Erwerbungen, die unserem Einfluß 
unterstehen, die anders als durch Vertrag oder Zugeständnis 
bewilligt worden sind und die meisten davon verdanken wir der 
Initiative Deutschlands. Fürst Bismarck rief die Kongo-Konferenz 
zusammen und sie sicherte uns das Nilbecken. Unter Graf 
Caprivi erwarben wir durch Vertrag mit Deutschland das 
Protektorat über Zansibar und die Sphäre von britischen Ein 
fluß, welche sich bis zu den Quellen des Nil erstreckt und wir 
legten die Grenzen des britischen Territoriums im Süden fest. 
Kein Zweifel, die Tätigkeit der Deutschen hat die unsrige ver 
doppelt und wenn die Gegenden, welche unter unseren Einfluß 
kamen, wirklich nur durch Papierstreifen uns verpflichtet wurden, 
so hat doch ihre Entwicklung begonnen und ihr Fortschritt ist 
zu danken dem gesunden Wettbewerb mit Deutschland, der uns 
dazu gebracht hat. Welchem Umstand verdanken wir die Munter 
keit, mit der unser Unterhaus jede Vermehrung in der Flotte 
bewilligt hat, welche frühere Regierungen in vergangenen Jahren 
vorgeschlagen haben? Der Fortschritt des Deutschen Reiches hat 
sehr wohltätig auf uns gewirkt, hat unsere Energie angestachelt 
und hat uns aufgerüttelt aus einem Zustande von gefährlicher 
Tatenlosigkeit.“ 
Im Aufträge der englischen Regierung begannen damals 
maßgebende Persönlichkeiten zu sondieren, ob beim Deutschen 
Reich Geneigtheit zum Abschluß eines Bündnisses vorhanden 
sei. Und als der Kaiser im August 1895 zur Regatta nach Cowes 
kam, trat Lord Salisbury an den damaligen, der deutschen 
Botschaft in London zugeteilten Baron v. Eckardstein heran mit 
der Anfrage, ob der englische Ministerpräsident den Kaiser ver 
traulich sprechen könne. Daraufhin wurde vereinbart, daß Lord
	        

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