Full text: Der neue deutsche Glaube

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Aber könnte nicht Gott dies Anglück über uns gebracht 
haben, um uns zum wahren Wissen über die Grundlagen 
unserer Existenz zu führen? Am uns den einheitlichen 
Glauben zu schenken? Den einheitlichen deutschen Glauben? 
Daß wir ein wirkliches Kulturvolk werden sollen? And 
daß sich zeigen soll, wer schon am meisten Kultur in sich 
gehabt hat, als das Anglück kam? Daß sich auch nun 
weiter zeigen soll, wer die Höhe der weltgeschichtlichen 
Detrachtung und Selbstbestimmung am sichersten erklimmen, 
am klarsten erfassen und am deutlichsten lehren kann? 
Weltgeschichtliche Detrachtung! Das schließt vieles ein: 
Weltgeschichtliche Weltbetrachtung, weltgeschichtliche Völker- 
betrachtung und weltgeschichtliche Selbstbetrachtung. And die 
weltgeschichtliche Selbstbetrachtung schließt auch wieder vieles 
ein: Völßergeschichtliche Selbstbetrachtung; volksgeschichtliche 
Selbstbetrachtung, parteigeschichtliche Selbstbetrachtung und die 
mannigfachen Teile der selbstgeschichtlichen Selbstbetrachtung, 
die sich bis in die feinsten Teile der experimentellen Selbst 
beobachtung und ihrer systematischen Zusammenstellung mit 
andern Teilen gesicherter Selbstbeobachtung zum Zwecke der 
möglichst zusammenfassenden Gelbstbeachtung der möglichst 
zusammenhängenden Wirksamkeit überhaupt erstrecken. Wenn 
also auch die Höhe der weltgeschichtlichen Dölkerbetrachtung 
in ihren letzten und höchsten Gipfeln in sehr weiter Ferne 
liegen mag, jo sind doch die ersten Stufen ganz in unserm 
eigenen Willen und ganz in unserer eigenen Erinnerung 
enthalten. Wirklich schon enthalten. Denn zu einem Willen 
gehört ein Siel, und dieses Siel ist immer mit dem Degrisf 
des Geschehens verbunden, wenn dieser auch nicht ausdrück 
lich ins Bewußtsein gehoben worden ist. And Erinnerung 
ist selbst schon ein Geschehen, also Ansang von Geschichte. 
Aun hängt es von unserer eigenen inneren Beschaffenheit 
ab, ob wir den Weg der Vorbestimmtheit, den wir in uns 
selbst vorfinden können, wenn wir nur ernsthaft juchen gelernt 
haben, fortsetzen wollen, bis wir zu eigener berechtigter 
Weltbestimmung gelangt sind, oder nicht. Daß auch diese 
Fortsetzung unter festen Gesetzen steht, lehrt schon jede ein 
fache Handarbeitserfahrung, wenn sie gut ist. Wer aus 
Asbermut oder aus Anwijjenheit oder aus irgend welchen 
andern Gründen dis Beschaffenheit des Materials seiner
	        

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