Full text: Der Kanonen-Quentel

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Helmut: Nun ist der Tanz aus. Me Soldaten machen sich 
fertig. Sie rücken ab. 
Stimmen (vom Hof): /idieu, madmoisellc! ctdieu, mad- 
moisellc! — Leb Sie wohl, Mamfellchen! 
Frau (leise): Auf Nimmerwiedersehen, ihr Musjöhs! 
Quentel (tritt ein): Ich glaube, der Anschlag ist geglückt. 
Frau: Mann, lobe den Tag nicht vor dein Abend! 
Quentel: Das will ich gewiß nicht. Aber bis jetzt steht die 
Sache gut. Me Wagen find ganz in Ordnung, die Plan 
tücher drüber gespannt, und nun kann's losgehn. 
Helmut: Ja, Vater, 's geht los! Me Offiziere sitzen auf. 
Die Soldaten hocken sich vorn und hinten auf die Wa 
gen. Da, da! — vom Kutscherbrett plumpst einer runter, 
oh, mitten zwischen die Pferde. Aber sie tun ihm nichts. 
Und die da, die da, haha, wackeln daher, als ob sie schief 
geladen hätten. 
Quentel: Kann schon sein, Junge! 
Helmut: Haben wahrhaftig zu tief ins Glas geguckt. Na, 
na, wird's denn nun gehn? Nun ja, es geht, aber schwer. 
Jetzt hocken sie oben und fahren ab. Hahahaha! 
(Man hört schwaches Wagengerassel.) 
Quentel: Was iverden die Augen machen, wenn sie nach Kassel 
kommen und ihre Ladung sehen! 
Helmut: Können ja König Lustik den Paradeplatz damit 
pflastern. 
Quentel (lustig): Böser Junge, der so von seinem gnädigen 
Herrn und König spricht! 
Helmut: Böser Vater, der seinem König so einen Streich spielt! 
Frau: Aber, Helmut!! Du bist ja ein ganz ungezogener Junge! 
Das wagst du zu deinem Vater zu sagen?! 
Quentel (stolz): Junge, Junge, bleibe nur so und werde mir 
ein echter deutscher Mann!
	        

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