Full text: Der Kanonen-Quentel

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Babette: (kommt zurück): Hab' den Schnaps schon geholt und 
in den Keller gestellt, Frau Pfarrer! 
Helmut: Hör, Mutter, sie kommen schon! 
Babette: 2a, ja, Frau Pfarrer, ich höre Wagen rappeln. 
Helmut: Eben müssen sie über die Brücke im Dorf fahren: es 
rollt so hohl. Und nun treiben sie die Pferde an, hier 
herauf. 
Frau: Wenn nur alles gut geht, Junge! Ich fürchte, Vater 
brockt sich eine böse Sache ein. 
Helmut: Aber, Mutter!! Guck doch mal, wie seelenruhig er am 
Tor steht und den Rauch in die Lust bläst! 
Babette: Da sind sie schon! Sie machen halt. 
Helmut (verfolgt die Vorgänge in aufgeregter, freudiger Spannung): 
Mutter, Mutter, der Offizier an der Spitze reitet an Vater 
heran und spricht mit ihm. 
Frau: Wird den Weg wissen wollen. 
Helmut: Ja, ja! Vater zeigt nach der Kasseler Straße. 
Babette: Sehen Sie nur mal die armen Gäule! Die fressen ja 
die Aestchen von unseren Büschen und Bäumen am Zaun. 
Helmut: Werden Hunger haben, Babette! 
Frau: Ach, die armen Kreaturen! Sehen so hohl und abge 
trieben aus! 
Helmut: Der Offizier spricht noch immer mit Vater. Nun weist 
er die Wagen weiter. Sie fahren. Aber der Offizier — 
siehst du ihn denn auch, Mutter? — steigt ab und bleibt 
vor Vater stehn. Und nun hält auch die Kolonne wieder, 
nicht weit von der Kirche. Der Offizier grüßt. Vater 
kommt herein. 
Quentel (kommt): Helmut, lauf rasch ins Dorf! Die Leute 
sollen ein paar Futtereimer bringen, die Pferde zu trän 
ken, und ein paar Bündel Kleeheu. Der Offizier bezahlt's 
ihnen.
	        

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