Full text: Landflucht

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Fritz: Falsch, ja falsch sind Weiberherzen! 
Sophie: Warte nur! Wollen wir den nicht mal verknüppeln? 
Lorenz: Laßt den Fritz gehen, der hat Liebeskummer, sein 
Schatz will nichts von ihm wissen. 
Dortchen: Ach so, die ist heut' stolz. Sie hat wieder mal 
etwas Besseres in Aussicht. 
Frieda: Schweigt still, ihr! 
Fritz: Der getroffene Hund bellt. 
Frieda: Fetzt ist's aus und vorbei. Meinst du, du könntest 
mich hier veräppeln, du Fuckergesicht? 
Sophie: Was sich liebt, das neckt sich. Aber vergetzt das 
Spinnen nicht ganz über der Zankerei. Und ihr Jungen, 
erzählt mal ein bißchen etwas, damit die Liebesleute 
auf andere Gedanken kommen. 
Frieda: Aber was Schnurriges, ihr Kerle, daß man lachen 
kann. 
Fritz: Oder was Gruseliges, daß man eine Gänsehaut kriegt. 
Frieda: Die kommt dir schon von selbst, Angstmichel! 
Fritz: Meinst du, wenn ich dich heute abend heimbringe, 
Schätzchen? 
Frieda: Da inuß schon ein Anderer kommen, du . . . 
Willi: Ruhe, Ruhe! Also der Hannes erzählt jetzt, los! 
Hannes: Selbsterlebtes, meine Herrschaften, aufgepaßt! Es ist 
noch nicht lange her, da hab' ich dem Herrn Rechtsanwalt 
Kartoffeln in die Stadt gebracht mit meinen zwei Ochsen. 
Wie's ans Bezahlen ging, war ihm meine Rechnung zu 
hoch. Ich sage: „Herr Rechtsanwalt", sage ich, „Sie las 
sen sich Ihre Arbeit aber doch auch gut bezahlen?" Er: 
„Aber lieber Mann, das ist doch Kopfarbeit, bedenken 
Sie, Kopfarbeit." Ich: „Herr Rechtsanwalt, meinen Sie 
denn, meine Ochsen hätten den Wagen mit den Schwän 
zen in die Stadt gezogen?"
	        

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