Full text: Landflucht

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Friedrich: Der heißt dich willkommen. 
Liesbeth: Und dem Hannjost bringen sie das Ständchen: 
„Da streiten sich die Leut herum". 
(Sie trällert.) 
Friedrich: Bei den Alten von Trinchen machen sie einen 
Walzer. Da kann der Heinrich schärweln, daß die 
Schlippen fliegen. 
Liesbeth: Und der Alte zieht den Beutel und spendiert für 
die Kasse. 
Friedrich: So gehört sich's, (zerstreut) freilich, freilich. 
Liesbeth: Wir hätten auch mitgehen sollen, du Friedrich. 
Friedrich: Ich hab kein Verlangen danach. 
Liesbeth: Warum? Bist du müde? Hast du dir schon zuviel 
getan? 
Friedrich: Das nicht, eher zu wenig! 
Liesbeth: Was heißt das? 
Friedrich: Ich will doch etwas ganz anderes tun heute abend 
als Nachtständchen bringen. Das laß die andern machen. 
Du, geh mit, wir wollen zurück in den Saal. 
Liesbeth: Meinetwegen. 
Friedrich: Also, was wird jetzt mit dir? 
Liesbeth: Ich suche eine Stelle. 
Friedrich: Ach was, wo? 
Liesbeth: Hier in der Gegend. 
Friedrich: Das schlag dir aus dem Kopf. Du kommst zu mir. 
Liesbeth: Das kannst du von mir nicht verlangen, wo Mich 
dein Vater nicht hat haben wollen. Nein, da soll ich 
mich jetzt zu euch verdingen? Nie und nimmer! 
Friedrich: Liesbeth, wer sagt denn verdingen? Wer denn? 
Als Frau ziehst du in unser Haus. 
Liesbeth: Als Frau? Ach so! Und dein Vater?
	        

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