Full text: Wichtelweihnacht

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Wichtelschmied. 
Wer sein fühlendes Herz läßt reden, 
hat des Studierens nicht vonnöten. 
Stollenschlupf. 
(nimmt sich tatkräftig des Kindes an.) 
Laßt die Kleine endlich in Ruh! 
Sonst — bei Gott! — sonst schlag' ich zu 
Fittdegold. (widersprechend) 
Rücksicht verdient das Gelichter nicht, 
weil sie sonsten der Hafer sticht. 
Elisabeth, (verzweifelt) 
Mutter, o komm! Ich bin in Not. 
Hilf mir! Sie schlagen mich noch tot. 
Wichtelpsarrer. 
Seid versöhnlich! mahnt Euch die Schrift. 
Liebe ist Labsal, Groll ist Gift. 
Denkt, Euch käm' ein Kiudlein abhanden, 
irrte im Elend, in fremden Landen, 
weinte sich fast die Aeuglein blind 
nach der Mutter wie dieses Kind! 
Und ist doch heilige Weihenacht, 
da jedes Kindlein glückselig lacht. 
Nur dieses sollte in Tränen stehn?! 
Ihr Wichtel, laßt es nach Hause gehn! 
Blondhaar, (zu den Wichtelmädchen) 
O, wir freuten uns gar sehr, 
wenn es immer bei uns wär; 
wenn es bei den Wichteln blieb, 
ja, wir alle hätten's lieb. 
Aber Heimweh hätt' es — ach! 
weinte dann den ganzen Tag. 
Laßt es fort, das arme Kind, 
daß es sich nach Hause find'.
	        

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