Full text: Wichtelweihnacht

— 31 — 
Den Englein reicht's allen 
zum Abschied die Hand; 
das Kindlein will wallen 
ins irdische Land. 
Mein Händchen will's fassen 
— ich laß es geschehn — 
durch Straßen und Gassen 
zu Gott mit mir gehn. 
Dann klopf' ich, wenn's dunkelt, 
ans himmlische Tor, 
hell strahlt es und funkelt: 
Gottvater tritt vor. 
Gott führt mich zum blauen 
schön prangenden Saal. 
Die Engelein schauen 
nach mir allzumal. 
Da schimmern die Kerzen, 
und Jauchzen ertönt, 
weil traurige Herzen 
mit Gott sind versöhnt. 
(Die Orgel verklingt.) 
Wichtelpfarrer. 
Das Wunderkindlein ist erschienen, 
dem wir in frommer Andacht dienen. 
Es geht einher in schlichten Hüllen, 
die Gottessehnsucht zu erfüllen. 
Es will sich neigen zu den Kleinen, 
und trösten will es die, so weinen, 
und leidet eine Seele N»t, 
da spendet es sein Himmelsbrot; 
liegt wo ein Herz in großer Pein, 
traust linden Balsam es hinein; 
es trägt in seinem Gottesherzen 
das höchste Glück, die tiefsten Schmerzen.
	        

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