Full text: Wichtelweihnacht

— 28 - 
Die Wichtel 
Ja, Sühne heischt die böse Tat. 
Wichtelpfarrer, (mit versöhnlichem Ernst) 
So spricht beleidigter Unverstand. 
Wer — frag ich Euch — will seine Hand 
gegen ein schuldlos Kind erheben, 
das ihm nichts getan im Leben? 
Und das an solch hochheiligem Tag, 
da Christus in der Krippe lag, 
um uns zu lehren durch sein Leben, 
wie wir mögen die Schuld vergeben! 
Hört meinen Vorschlag, Wichtelleute: 
Dieweil das Fest der Liebe heute, 
will ich prüfen das Menschenkind, 
und wenn ich's fromm und fleißig find', 
von feinen Sitten und guten Lehren, 
wenn's Gott tut und die Wichtel ehren, 
und wenn's den heiligen Glauben kann: 
dann sei's entlassen aus unserem Bann. 
Wtchtelschmied 
Euer Vorschlag ist gut und billig; 
ihn anzunehmen, sind wir willig. 
Wichtelfrauen. 
Jaja, Ihr sollt es fragen und lehren; 
wir alle wollen die Antwort hören. 
Wichtelkiuder. 
Wäre die Prüfung doch glücklich vorbei 
und das arme Menschenkind frei I 
Wichtelschmied. 
Das Kindlein wird mit klugem Blick 
entscheiden und wenden sein Mißgeschick.
	        

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