Full text: Grundzüge der Politik und der Religion

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konnte, war aber an die Fürsten gebunden, die ein Diesseitschristentum 
nie geduldet hätten. Die Geldwirtschaft der katholischen Kirche und 
der Juden, die in Rom Sklaven geworden waren und unter den Päpsten 
wieder zu neuem Leben erwachten, brachten es fertig, daß der Mammon 
über die Feudalherren siegte. Deutschland steht als erstes Land der 
Welt vor der Wahl, das Zeremonienchristentum durch Tatchristentum 
zu ersetzen, oder ein Jerusalem über sich ergehen zu lassen. 
Das Volk ist auf sich selbst angewiesen, da seine ehemaligen (blin 
den) Führer beseitigt sind. Nur ein politisch und sittlich aufgeklärtes 
Volk kann sich selbst sichern und aus seiner Hörigkeit befreien, wenn 
es begriffen hat, daß die Geheimwissenschaft eine Zauberkunst ist, die 
jeder durchschauen kann, wenn er an dieser Geheim- oder Geistwissen 
schaft Interesse hat. 
Wir müssen von unseren Religionspredigern verlangen, daß unsere 
Kinder über das Wesen der Suggestion, der Hypnose und des Traum 
lebens aufgeklärt werden. Wir verbitten uns ein für allemal, unseren 
Kindern Wunder zu erzählen, ohne sie über die wahren Ursachen aufzu 
klären. Die christliche Lehre ist zu ernst, als daß man daraus Märchen 
macht. Was soll ein kritisch eingestellter, nach Wahrheit ringender 
Christ davon halten, daß die Mutter Christi von einem unsichtbaren 
Geiste empfangen haben soll? Alles Zeremonienwesen, das um die 
Person Christi gesponnen ist, entheiligt seine Lehre. Nie hat es einen 
natürlicheren Menschen gegeben, als ihn. Wer würde es heute ohne 
ihn wagen, den Priestern zu sagen: „Die Menschen sind Götter, Gott 
lieben heißt den Nächsten Reben.“ Niemand hat danach das Recht über* 
das Jenseits zu lehren, weil er genau so wenig davon weiß, wie es 
nach unserem Tode aussieht, als derjenige, den er belehren will. 
Gottesdienst ist Dienst an der Volksseele zur Erhaltung des Volkes. 
Christus hat die Priester, die das Gotteshaus zum Bankhaus machten, 
hinausgetrieben und ihre Wechselbälge umgeworfen. 
Wir haben heute wichtigeres zu tun, als uns mit dem Jenseits zu 
beschäftigen. Mit den Lebenden wollen wir kämpfen. Wir wissen, 
daß in der Zeit, wo wir uns mit den Toten beschäftigen, sich die 
Schwarzmagier mit unserer Unterjochung befassen. Darum lassen wir 
uns nicht ablenken nach den Gebieten, die die Hypnotiseure bestimmen. 
Wir verlangen von unserer Kirche, daß reine und gemeinnützige 
Sittenlehre gepredigt wird. 
Wir verlangen, daß einwandfreie Geistwissenschaft öffentlich in der 
Kirche gelehrt wird, damit jeder über das Wesen der Hörigkeit aufge 
klärt werden kann. Ein aufgeklärtes Volk hört auf als „breite Masse“ 
jeder Politik, die auf ein bestimmtes eigennütziges Ziel hinausläuft, 
zu folgen. 
Wie setzt das Volk seinen Willen durch? 
„Ich will!“, so muß das Volk mit gleichem Interesse einstimmig 
mit voller Konzentration erklären. Das Ziel muß absolut gerecht sein, 
wenn das ganze Volk dies Ziel als richtig anerkennen soll. Die christ 
liche Diesseitslehre bietet heute die volle Gewähr, daß jeder Mensch, der 
mitarbeiten will, mit Hilfe der Technik in Wohlstand leben kann, ohne 
daß er nur Arbeitstier zu sein braucht, wie es bisher war. Wir leben 
nicht in der Zeit des Warenmangels, wie die Urmenschen, sondern in 
der Zeit des Warenüberflusses. Unsere Not liegt am Rechtsmangel, 
an Rechtlosigkeit der Masse an diesen „Waren“. Dieses Recht muß 
durch Aufklärung erkämpft werden. Wir haben die Waren hergestellt 
und haben somit auch ein Recht auf den Teil, den wir zu unserem 
Leben benötigen. Rechtliche Überlieferungen erkennen wir nicht mehr 
an. Unsere Vorfahren lebten unter anderen gesellschaftlichen Verhält-
	        

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