Full text: Grundzüge der Politik und der Religion

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sind mit dessen Kreuzigung verhöhnt worden. Er war es, der ihnen 
den Begriff „Gott“ richtig auslegte, indem er jeden Menschen als 
ein göttliches Wesen bezeichnete. Auch über die Nächstenliebe, als 
oberstes Gebot einer höheren oder. höchsten Weltordnung, suchte er sein 
in Gefahr schwebendes Volk aufzurütteln. Die primitiven Sitten, die 
den Feind mit Weib und Kind vernichteten, müssen für immer beseitigt 
sein. An ihre Stelle muß Feindesliebe treten. Wenn auch diese neue 
Satzung als übertrieben angesehen werden kann, so ist sie dennoch 
nicht übertrieben, sobald wir die Totemsatzungen und ihre Wirkungen 
betrachten. Sie muß weit ausholen. Daß der Kampf der Marxisten 
gegen die befreiende christliche Lehre und nicht gegen das Zauber- 
imwesen eingesetzt hat, ist uns ein Beweis, wie groß die Gefahr um 
Sein oder Nichtsein ist. Allen Volksgenossen aber, die dennoch am 
christlichen Zeremonienwesen festhalten, sei es ins Gewissen geschrieben, 
daß sie sich zum Handlanger der Marxisten machen und mithelfen am 
Verrat zu Gunsten der Marxisten. Ihre Schuld allein ist es, wenn unser 
Volk in Massen dem Zeremonienwesen der Kirche den Rücken kehrt, 
weil man dessen gesunden Verstand damit verhöhnt. Das Volk sucht 
nach Wahrheit, die ihm aber vorenthalten wird. Den Marxisten aber 
sei eine ernste Warnung übermittelt, sich ein zweites Palästina auf 
Kosten anderer Völker zu erobern. In Rußland ist der Anfang schon 
gemacht. Einige Hunderttausend echte Marxisten beherrschen heute das 
russische Volk, so wie vorher die Zauberer und der Zar. Gewiß weint 
das untere Volk den Zaren keine Träne nach. Daß aber die Marxisten 
den Rest von menschlicher Gesittung, das Familienleben, zerstören und 
so das Volk von innen zum geistigen Tode treiben, ist eine Schandtat, 
die in der Weltgeschichte seinesgleichen nicht mehr findet. Die Erobe 
rung von Palästina war ein Trieb der Selbsterhaltung. Daß die eroberte 
Heimat verlorengehen mußte, wie es der eigene Volksgenosse Jesus 
voraussah, ist auch jedem christlich gesinnten vollkommen klar. Wenn 
ein Volk sich eine Gesellschaftsordnung auf baut, die es jedem erlaubt, 
den Mitbürger in eine Notlage zu schmeicheln, um ihn gehörig ausnützen 
zu können und dann diese Art Ausbeutung des Schwächeren freien 
Wettbewerb nennt, der kann sich ausrechnen, daß jeder Volksgenosse 
schließlich nur auf Beutemachen ausgeht. Wo fünf im Hause wohnen, 
sind schließlich zwei gegen drei und drei gegen zwei, wie Jesus richtig 
sagt. Die Jagd nach dem Gel de tötete den Gottmenschen. Was übrig 
bleibt ist nur tierisches Triebleben. Wenn Jesus nun warnte: „Ihr 
könnt nicht Gott (gemeint war der Nächste) dienen und dem Mammon“, 
so predigte er nicht nur tauben Ohren, sondern er kränkte die hohen 
Herren, die sich viel darauf einbildeten, ein Paragraphennetz aufgebaut zu 
haben, damit sie mühelos reich wurden und äußerlich fromm tun konnten. 
Genau so sieht es heute bei uns aus. „Dieses Volk ehret mich mit seinen 
Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir.“ Noch sollen sich die Marxisten 
ihrer Heldentaten nicht freuen. Es wird ihnen schon ein zweites Jeru 
salem blühen, wenn sie nicht bald umkehren und christliche Nächsten 
liebe statt Feindschaft gegen andere Volksstämme üben. Es wäre ein 
Segen für die Menschheit und eine unauslöschbare Ehre und Dankbar 
keit von allen Völkern der Erde zu erwarten, wenn die marxistische 
Wirtschaftslehre nicht nur im Munde geführt, sondern zum Wöhle des 
ganzen Volkes in die Tat umgesetzt und durch christliche Aufklärung 
dem Volke erhalten würde. So lange aber gegen die Grundpfeiler der 
christlichen Lehren, gegen 3ie Einehe wütend angekämpft wird, ist der 
Marxist noch ein Saulus, ja noch weniger, er ist der eigentliche Ober 
teufel. Eine verwerflichere Tat als das Familienleben meiner Mitmen 
schen aus Habsucht und Machtgier zu zerstören, kann ich mir nicht 
ausdenken. Einem Tier gegenüber ist man noch humaner. Sie ist ebenso
	        

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