Full text: Brief von Hans Michel Schletterer an Louis Spohr

Hochwohlgeborner,
Hochgeehrtester Herr!

Mit Bedauern muß ich bekennen, daß ich die Güte und das freund-
liche Zutrauen Ew. Wohlgeboren schwer gemußbraucht habe.
Obwohl ich innigst wünsche, daß meine Entschuldigungsgründe der
Art sein möchten, daß sie mich in Ihren Augen rechtfertigen
könnten, füge ich ihm doch noch die unständige Bitte um besonders
freundliche Nachsicht bei.
Die Aufführung des Oratoriums konnte vielfacher Hindernisse
wegen leider erst nach Ostern und zwar erst am zweiten
Mai stattfinden. Diese Aufführung befriedigte und gefiel so
sehr, daß allgemein eine Wiederholung und nochmalige Vor-
führung des herrlichen Werkes gewunschen(?) wurde; so habe
ich denn von Woche zu Woche auf einen günstigen Tag ge-
hofft, der es uns möglich gemacht hätte den Wünschen des
Publikums zu entsprechen; aber im vorigen Monat waren
allwöchentlich Extravorstellungen im Theater mit berühm-
ten Gästen und dann kamen die Pfingst[???]ngen und seit
Pfingsten – hier eine besondere Seltenheit – ein fort-
während herrliches Wetter und eine fast unerträgliche

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