Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

Anlage 1 
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Plan für die Ausbildung der Praktikanten 
an der Murhard’sehen Bibliothek 
1. Monat: Gewöhnung an bibliotheka 
rische Ordnungsgrundsätze (Alphabe 
tisieren, Ordnung von Zeitschriften 
und Zeitungen, Kollationieren u.a.) 
Aeussere Orientierung in den Bücher 
magazinen und der Handbibliothek 
des Lesesaals. Anleitung zum Verzet 
teln zunächst von Büchern mit einfa 
chem Titel. Das Verzetteln von Bü 
chern auf den hier so genannten Ma 
nuskriptzetteln in stufenmässigem 
Fortschreiten unter Gebrauch des bi 
bliographischen Apparats wird wäh 
rend des ganzen Ausbildungsjahres 
dauernd geübt und eine bestimmte, 
Bibliothekspraktikant 1931/32 Lduurd 
Brauns (1912-1985) stellte für die Festschrift 
verschiedene 1932 aufgenommene Fotos über 
den inneren Bibliotheksbetrieb zur Verfügung. 
Toto 1966 Privatbesitz 
wenn auch gelegentlich kürzere Zeit 
am Tage dafür bestimmt. Täglich ge 
naue Durchnahme der Zettelaufnah 
men durch einen Beamten, gelegent 
lich durch den Direktor. 
2. u. 3. Monat: Anfertigung von Kata 
logzetteln auf Grund der Manuskript 
zettel auf der Schreibmaschine unter 
gleichzeitiger Vervielfältigung. Loses 
Einlegen der Katalogzettel in die Kap 
seln des alphabetischen Katalogs: als 
baldige Prüfung dieser Einlagen und 
Besprechung durch einen Beamten 
(danach endgültige Befestigung der 
Zettel in Katalogkapseln) Verzetteln (s. 
1. Monat). Hilfe beim Einstellen der zu 
rückgekommenen Bücher. 
4. u. 5. Monat: Beschäftigung im Aus 
leihedienst. Beteiligung am Bücherho 
len (Vorausbestellung bei der Mur- 
hard’sehen Bibliothek nicht erforder 
lich). Einordnen der Empfangsscheine 
in die Ausleihezettelkästen. Ausschrei 
ben der Mahnungen. Führung der Aus- 
leihestatistik. Hilfeleistung beim aus 
wärtigen Leihverkehr. Verzetteln (s. 1. 
Monat) (in geringerem Masse) 
6. u. 7. Monat; Führung des Zugangs 
buches, auch der Fortsetzungslisten. 
Verkehr mit den Buchhändlern (Be 
stellungen usw.) Einlegen der aus dem 
Zeitschriftenzimmer zurückkommen 
den Zeitschriftenhefte in die Schränke. 
Prüfung der geschenkten Bücher auf 
Dubletten an Hand der alphabetischen 
Kataloge. Einführung in die Signierung 
der Bücher. Beteiligung am Büro 
wesen: Dankschreiben, Reinschriften 
von Schreiben in Verwaltungsangele 
genheiten. Heranziehung bei der Bear 
beitung der Vierteljahresrechnungen. 
Verzetteln (s. 1. Monat). 
8. u. 9. Monat; Hilfe bei der Aufsicht 
und Auskunft im Lesezimmer. Lese 
zimmerstatistik. Führung der Zeit 
schriftenlisten. Genaue Orientierung 
über die Handbibliothek. An bestimm 
ten Tagen Beteiligung an der Vorberei 
tung der Buchbinderaufträge, Führung 
des Buchbinderjournals. Theorie des 
Buchbinderwesens. Verzetteln (s. 1. 
Monat). 
10.-12. Monat: Beschäftigung in den 
verschiedenen Dienstzweigen nach Be 
darf und zur Vertiefung der Ausbil 
dung. Verzetteln (s. 1. Monat). Elemen 
tare Einführung in die Arbeiten am sy 
stematischen Katalog. Hilfeleistung 
bei der Auskunfterteilung im Katalog 
zimmer. Anhaltung zur Lektüre der be 
kannteren Handbücher über Biblio 
thekswesen. 
Den als Bibliothekspraktikant 1932/33 erleb 
ten Bibliotheksbetrieb schildert ab Seite 98 
Otto Friedrich Wiegand (geb. 1913). 
Aufnahme 1932 Foto Privatbesitz
	        

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