Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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Ausleihstelle um 1950 Foto Stadtmuseum Kassel 
sich zu geringen Planstellen nach 
dem Stand von 1939. 1945 bestand 
der Personalkörper aus vier Mitar 
beitern (34); erst 1952 wurde die 
Besetzung aller Planstellen er 
reicht. 1947 schied Schnurres Stell 
vertreter Bibliotheksrat Dr. Theo 
dor Griewank aus der Bibliothek 
aus, um das begonnene Theologie 
studium zu beenden. Als Nachfol 
ger gewann 1948 Dr. Schnurre den 
wissenschaftlichen Hilfsarbeiter 
Dr. Gerhard Liebers (* Radebeul 
23.5.1914), der nach abgeschlosse 
ner bibliothekarischer Ausbildung 
als Beamter fest an der Bibliothek 
beschäftigt wurde. Dr. Liebers wur 
de nach der Pensionierung von Dr, 
Schnurre am 30. September 1952 
kommissarisch Leiter der Biblio 
thek bis zur Wahl von Bibliotheks 
direktor Dr. Denecke, dem ersten 
Leiter der vereinigten Bibliothe 
ken. Die dritte Stelle des wissen 
schaftlichen Bibliotheksdienstes 
konnte endgültig Ende 1952 mit 
Frau Dr. Elfriede Schad besetzt 
werden. Der Kunstsachverständige 
Dr. Walter Kramm war 1949/50 als 
wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in 
der Bibliothek tätig, um das später 
in das Schloß Bellevue überführte 
Graphische Kabinett von rd. 23.000 
Blättern als Zusammenfassung von 
Eigentum der Murhardschen Bi 
bliothek der Stadt Kassel und der 
Städtischen Kunstsammlung auf 
zubauen. 
Der gerettete alphabetische und 
systematische Katalog in Kapsel 
form erlaubte, da er auch die ver 
brannten alten Fachgruppen ver- 
zeichnete, nur in etwa die Durch 
führung einer Bestellorganisation. 
Diese Kataloge waren daher drin 
gend zu aktualisieren. Erstmalig 
seit Kriegsende ermöglichte die 
Personal- und Raumsituation im 
Haushaltsjahr 1952 die Revision 
zweier erster Fachabteilungen un 
ter gleichzeitiger Wiederherstel 
lung eines Standortkataloges. Die 
se Arbeiten scheinen erst um 1958 
abgeschlossen worden zu sein. Im 
übrigen wurden die 1943 während 
der Arbeitsgemeinschaft mit der 
Landesbibliothek Kassel abgespro 
chenen Organisationsformen ab 
1944 in der selbständigen Murhard 
schen Bibliothek mit wenigen Ab 
weichungen eingeführt. Der 
Schlagwortkatalog wurde wieder 
aufgegeben. 
Die geringen Etatmittel sowohl 
bei der Landesbibliothek Kassel 
wie der Murhardschen Bibliothek 
der Stadt Kassel führten am 16. Au 
gust 1950 zu einer Absprache über 
die von jeder Bibliothek in der Er 
werbung zu pflegenden Fachgebie 
te. Die Murhardsche Bibliothek 
sollte bei den geänderten Verhält 
nissen der wissenschaftlichen und 
praktischen Arbeit besonders auf 
den Gebieten der Staats-, Rechts 
und Wirtschaftswissenschaften, 
der Naturwissenschaften und der 
Technik, der Philosophie und der 
Pädagogik dienen. Der Charakter 
einer modernen, den Bedürfnissen 
der Benutzer zugewandten wissen 
schaftlichen Gebrauchsbibliothek 
wurde gewahrt. Die Leiter beider 
Bibliotheken sollten zu regelmäßi 
gen Besprechungen über Bücher 
anschaffungen, die zu haltenden 
Zeitschriften, die Benutzungszei 
ten, den Katalogkartenaustausch
	        

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