Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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Landesrabbiner Dr. Isaac Prager 1899, nach einer Zeichnung von Wilhelm Thielmann 
Der von 1905 bis 1938 unverän 
derte, in einzelnen Jahren sogar ge 
kürzte Vermehrungsetat von rd. 
10.000 Mark, ab 1924 Reichsmark, 
erlaubte bei der gegebenen Teue 
rung insbesondere ab 1920 nur 
noch den Kauferwerb von unter 
1000 Buchbinderbänden im Jahr. In 
dieser Zahl sind die Zeitschriften 
bände mit eingerechnet. Aus Man 
gel an Geld mußten immer wieder 
Periodika auch der drei Fach 
schwerpunkte abbestellt werden. 
Die Landesbibliothek Kassel stand 
sich in dieser Zeit mit einem ange 
hobenen Anschaffungsetat von 
30.000 Reichsmark wesentlich bes 
ser, hatte aber damit auch nur die 
Kaufkraft des Etats von 1913 - 
14.000 Mark - wieder erreicht. Die 
Murhardsche Bibliothek der Stadt 
Kassel konnte trotz aller Bemühun 
gen das Ziel, wissenschaftliche 
Fachbibliothek für das Fach Staats 
wissenschaften zu werden, bei der 
gegebenen Mittelknappheit und 
dem breiten Literaturanschaf 
fungsprofil nur im Ansatz errei 
chen. 
Die überaus knapp bemessenen 
Erwerbungsetats führten am 1. Ok 
tober 1922 nach zweieinhalbjähri 
gen Verhandlungen zur Erneue 
rung der alten Vereinbarungen zwi 
schen der Landesbibliothek Kassel 
und der Murhardschen Bibliothek 
der Stadt Kassel über ihre Sammel 
schwerpunktgebiete. Ziel war es, 
mit dem gegebenen Geld eine mög 
lichst große Titelvielfalt zum Nut 
zen der an wissenschaftlicher Ar 
beit interessierten Kasseler Bevöl 
kerung zu erwerben. Die Katalog 
karten der Neuerwerbungen wur 
den der jeweils anderen Bibliothek 
seitdem gesandt. Im Ergebnis war 
die Absprache unwirksam. Doku 
mentiert man die Leistungsfähig 
keit seiner Bibliothek an Benutzer 
zahlen, erwirbt man eben das von 
seinem Benutzer benötigte Buch 
durch Kauf abweichend von jeder 
Absprache. 
Am 8. April 1937 schlug daher 
der Leiter der Landesbibliothek 
Foto Stadtmuseum Kassel 
Kassel, Dr. Hopf, vor, irgendwie die 
Murhardsche Bibliothek der Stadt 
Kassel und die Landesbibliothek 
Kassel zusammenzuschließen. 
Stadt Kassel und Landeskommu 
nalverband führten 1937 und 1938 
Verhandlungen mit dem Ziel, we 
nigstens die Berufung eines ge 
meinsamen Leiters für beide Bi 
bliotheken abzusprechen. Der Ver 
handlungszeitpunkt war insofern 
günstig, als bei beiden Bibliothe 
ken die Position des Leiters vakant
	        

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