Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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Murhard'fdie Bibliothek der Stadt Kaffe! 
Freikarte 
für Ausleihe und Lefefdd! 
Oer Direktor 
Freikarte für Schüler, Studenten, Städtische 
Bedienstete 
gen die Vorgesetzte Behörde unter 
anderem, 1922 Benutzergebühren 
einzuführen. Um das Publikum 
nicht zu vertreiben, verhandelte die 
Stadt Kassel zugleich mit der stän 
dischen Bezirksverwaltung, der 
Vorgesetzten Behörde der Landes 
bibliothek Kassel. Gegen die ableh 
nende Haltung der leitenden Bi 
bliothekare wurden bei den beiden 
Bibliotheken ab 1. Oktober 1922 Be 
nutzungsgebühren in gleicher Hö 
he eingeführt. Es gab Jahreskarten 
- später 4,- RM - Vierteljahreskar 
ten - später 2,- RM - und eine Leih 
gebühr je Einzelband - 0,10 RM - 
im Einzelfall. Die Benutzung des 
Lesesaales kostete die Hälfte. Un 
bemittelte, Studenten, Dozenten, 
Stadtbedienstete zahlten keine Ge 
bühr. Gebühren wurden bis 1957 
erhoben. Der Verwaltungsaufwand 
entsprach in keinem Fall den so er 
zielten Einnahmen. Andererseits 
bestätigte sich auch nicht die Be 
fürchtung der Bibliothekare, daß 
die Zahl der Benutzer und Auslei 
hen zurückginge. 
Gemäß § 13 des Testaments der 
Brüder Murhard setzte der Magi 
strat der Stadt Kassel Anfang 1905 
ein Kollegium ein, für das sich in 
Zukunft der Name „Bücheran 
schaffungskommission” einbürger 
te. Es hatte nämlich im wesentli 
chen die Aufgabe, für die Beschaf 
fung der Bücher Sorge zu tragen, 
die nach § 20 des Testaments den 
Bestand der Bibliothek bilden. Zu 
Mitgliedern wurden berufen: 
1. der Königliche Regierungspräsi 
dent von Trott zu Solz, nach seiner 
Versetzung 1905 sein Amtsnachfol 
ger Graf Bernstorff, 
2. der Präsident der Königlichen 
Generalkommission von Baum- 
bach-Amönen, 
3. der Präsident der Königlichen 
Eisenbahndirektion Ulrich, 
4. der Generalleutnant z.D. von 
der Boeck, 
5. der Direktor der städtischen 
Oberrealschule Dr. Quiehl, 
6. der Professor am Königlichen 
Wilhelmsgymnasium Manns, nach 
seinem Tode im Haushaltsjahr 1907 
der Oberlehrer am Wilhelmsgym 
nasium Dr. Heinze, 
7. der Bibliothekar Professor Dr. 
Steinhausen 
und 
8. der Stiftungsverwalter als Ver 
treter des Magistrats. 
Zum Vorsitzenden wurde Gene 
ral von der Boeck gewählt, der das 
Amt bis zu seinem Tode in Kassel
	        

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