Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel. Bibliothekshaupteingang. Blick von der Karlsstraße 
Foto Stadtmuseum Kassel 
daß er um den 1. April 1905 von der 
Bibliothek bezogen werden konn 
te. Der Vortragssaal wurde erst 1906 
fertiggestellt. Die Übergabe erfolg 
te ohne Festakt. Am 7. Oktober 
1909 wurde im Hof der Bibliothek 
als Krönung in Anwesenheit von 
Vertretern der staatlichen und städ 
tischen Behörden der vom Staat 
Preußen bei Professor Bernewitz in 
Auftrag gegebene Ziehbrunnen 
mit dem „Bücherwurm” feierlich 
übergeben. Die Kosten der Herstel 
lung der Fundamente, der Wasser 
zuleitung, auch der Unterhaltung 
hatte die Stadt Kassel übernom 
men. 
Für gute handwerkliche Arbeit 
war zu danken den Firmen C. Zu- 
lehner & Co, (Maurerarbeiten), 
Raebel (Zimmerarbeiten), Niko 
laus Stecher (Steinhauerarbeiten), 
Scheidt (Lieferung der Basaltlava 
sockel), Frank (Granitarbeiten), 
Ziehe (Bildhauerarbeiten), 
Schmidt & Keerl (Schmiede- und 
Eisenarbeiten), Breitbarth 
(Schmiedearbeiten), Kunold 
(Dachdeckerarbeiten), Schneider 
(Dachdeckerarbeiten), Truss 
(Klempnerarbeiten), Wallbrecht 
(massive Deckenkonstruktion), 
sämtlich in Kassel, sowie den Fir 
men Lipman, Straßburg (Einrich 
tung der Büchergeschosse) und 
Kaeferle, Hannover (Heizungsan 
lagen). 
Die Architektur des Gebäudes 
ist eine feine, zum Teil reich geglie 
derte, deutsche Renaissance in rei 
cher Ornamentik und in den Bild 
hauerarbeiten von Bildhauer Zie 
he, Kassel, mit allegorischen und 
dekorativen Darstellungen ge 
schmückt. Das Äußere des Gebäu 
des ist aus Haustein mit teils Flä 
chenverblendung in Bossenqua- 
dern (Mainsandstein für die Archi 
tekturteile, hiesiger Stein für die 
Flächen), teils Putzflächen herge 
stellt. Das im Weinbergpark in der 
Achse der Oberen Karlsstraße er 
richtete Gebäude ist eine „Zierde 
der Stadt” (24). 
Das Bibliotheksgebäude besteht 
aus drei Teilen, dem Vordergebäu 
de an der verlängerten Humboldt 
straße (22,52 m lang), dem Verbin 
dungsgebäude und dem hinteren 
Flügelgebäude (48,48 m lang). Das 
Ganze ist umgeben von Parkanla 
gen, die verschiedenartige Baum 
gruppen enthalten. Der Abschluß 
des Grundstücks wird durch eine 
niedrige Mauer mit eisernem Git 
ter zwischen Sandsteinpfosten ge 
bildet. An der Ost- und Westecke 
des Grundstücks wurden zwei 
durch Brüstungen eingefaßte, er 
höhte Plätze angeordnet, die als 
Aussichtspunkte dienen. Der Ein 
gang zur Bibliothek erfolgte bis vor
	        

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