Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

38 
Das Bose-Museum an der Louisenstraße (bekannt nach der Gräfin Louise von Bose). Das Gebäu 
de wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Stadtarchiv Kassel, Fotoarchiv GF 46 
sehe Bibliothek ab, deren Vorstand 
zur Entgegennahme solcher Beiträ 
ge stets erbötig und auch bereit ist, 
die bereits vorhandenen Sammlun 
gen in den Vormittagsstunden von 
9-1 Uhr zur Ansicht zugänglich zu 
machen” (18). 
Oberbürgermeister Weise hatte 
mit Schreiben vom 15. Januar 1884 
Stadtbibliothekar Uhlworm ge 
fragt, ob er zugleich als Stadtarchi 
var tätig sein wolle. Mit Zustim 
mung des Stiftungsverwalters war 
dieser dazu unter der Vorausset 
zung bereit, daß das Stadtarchiv der 
Bibliothek auf Dauer inkorporiert 
würde. Dieses wurde zugesagt. Be 
reits im Februar 1884 übergab der 
Repositar Pflüger das Stadtarchiv 
im damaligen Zustand an die Mur- 
hardsche Bibliothek. Das Archiv 
wurde wegen Raummangel, aber 
auch aus Angst vor Feuer, 1886 als 
Teil der Bibliothek im Bose-Mu- 
seum neugegliedert aufgestellt. 
Unter Oberaufsicht des Stadtbi 
bliothekars wurde es von dem frü 
heren Realschullehrer, dann Bi 
bliothekar der Fandesbibliothek 
Kassel Dr. phil. Hugo Brunner ab 
1886 für jährlich 600 Mark betreut. 
Die Handschriftensammlung der 
Bibliothek wurde dabei mit dem 
Stadtarchiv vereinigt. 
Die Bestandszuwachszahlen der 
Bibliothek von 1888 ab zeigen auf, 
daß die Bevölkerung diesem und 
ähnlichen Aufrufen tatkräftig ge 
folgt ist. Wurden 1888 708 Bände 
Geschenke inventarisiert, so laute 
te der Zuwachs bereits 1889 2866 
Bände, 1894 sogar 7802 Bände. 
Buchgeschenke, die sich als Du 
bletten herausstellten, sind in die 
sen Zahlen nicht enthalten (Vgl. 
Tabelle 3, Bibliotheksstatistik 
1863-1956, S. 88 f.). Die landesge 
schichtlichen Sammlungen der 
Murhardschen Bibliothek, z. T. auf 
gestellt im Fesesaal, wurden rege 
besucht, „welche in nicht zu unter 
schätzender Weise mit dazu beige 
tragen haben, daß die literarischen 
Schätze der Anstalt sich in so auf 
fallender Weise durch Geschenke 
vermehren” (19). Der Buchbestand 
an Fiteratur zur Kasseler und hessi 
schen Geschichte bildete plötzlich 
einen dritten Bestandsschwer 
punkt. Die Jahresberichte der Bi 
bliothek dieser Zeit zeigen zusätz 
lich beachtliche Zugänge an Por 
träts, Büsten, Museumsgut aller 
Art wie alte Waffen, Soldatenklei 
dung etc. auf. Die landesgeschicht 
lichen Sammlungen, soweit ausge 
sprochenes Museumsgut, wurden 
1913 dem neu gegründeten Fandes 
museum Kassel übergeben. 
Besonders erwähnt werden muß 
die Sammlung zum Andenken des 
Musikers Fouis Spohr. Um diese 
hat sich hauptsächlich der Hoforga 
nist Rundnagel durch seine uner 
müdliche Tätigkeit und Opferwil 
ligkeit verdient gemacht. Ihm ver 
dankt die Bibliothek, daß ihr von 
verschiedener Seite wertvollste
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.