Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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del kreditierte andererseits mit 
Blick auf den späteren großen 
Bucherwerbungsetat der Murhard- 
schen Bibliothek gern die Buchlie 
ferungen. Der Hofbuchhändler 
Jungclaus legte Ende 1872 eine 
Rechnung über 151 Tlr 2 sgr 6 hlr 
für Buchlieferungen der Jahre 
1867-1872 vor. 
Bei der Auswahl und Anschaf 
fung von Literatur waren im allge 
meinen maßgebend (7) 
- „die betreffenden Normen der 
Stiftungsurkunde der Bibliothek”, 
- „der Umstand, daß die anzukau 
fenden Schriften in der hiesigen 
Landesbibliothek nicht vorhanden, 
dort aber, wie mir persönlich be 
kannt geworden, häufig nachge 
fragt sind”, 
- „bei antiquarischen Ankäufen 
außergewöhnliche Billigkeit der 
Angebote”. 
Landesdirektor Edwin Henry von Bischoffs- 
hausen (1810-1884) 
Porträtsammlung Stadtarchiv Kassel 
Der Tod von Landesbibliothekar 
Karl Bernhardi am 1. August 1874 
führte bereits am 2. September 1874 
zu der Anfrage der Vorgesetzten 
Behörde der Landesbibliothek Kas 
sel, des Landesdirektors Edwin 
Henry von Bischoffshausen bei 
Oberbürgermeister Friedrich Ne- 
belthau, „ob nicht bezüglich der 
seitherigen Verwaltung der hiesi 
gen ständischen Landesbibliothek 
eine eingreifende anderweite Ein 
richtung stattfinden müsse”. Die 
Tatsache, „daß neben der ständi 
schen Landesbibliothek in hiesiger 
Stadt durch die Murhardsche Stif 
tung eine Bibliothek im Entstehen 
begriffen ist, welcher bei weitem 
größere Mittel zur Verfügung ste 
hen, als der ständischen Bibliothek, 
und die in kurzer Frist dahin ge 
bracht sein wird, daß dieselbe der 
letzteren Concurrenz macht”, er 
fordert an sich, daß „beide (Biblio 
theken) nach einem einheitlich be 
stimmten, sich gegenseitig ergän 
zenden Plane geleitet werden”. Er 
fragt u. a., ob gemäß Testament der 
Brüder Murhard eine „Vereinba 
rung zwischen den beiden Anstal 
ten über die von jeder derselben zu 
verfolgenden Zwecke” getroffen, 
„die oberste Leitung beider Anstal 
ten in ein und dieselbe Hand (also: 
der 1. Bibliothekar der städtischen 
Bibliothek übernimmt zugleich als 
Nebenstelle die Funktionen eines 
Dirigenten der ständischen Biblio 
thek und eventuell umgekehrt)” 
gelegt und Jede der Anstalten auf 
bestimmte Fächer” abgegrenzt 
werden könne, „in denen sie allein 
für die der Nutzbarkeit der Anstalt 
Friedrich Nebelt hau (1806-1875) 
Oberbürgermeister der Residenzstadt Kassel 
1864-1875, von den Brüdern Murhard 1845 be 
nannter Testamentswächterstellvertreter. 
Foto Stadtarchiv Kassel 
entsprechende Anschaffungen 
sorgt.” (8) 
Oberbürgermeister Nebelthau 
antwortete nach ausführlicher Be 
ratung durch Stiftungsverwalter 
Hentze und Bibliothekar Altmüller 
am 16. September 1874 positiv, wo 
bei der Eventualvorschlag „Leitung 
der Murhardschen Bibliothek” 
durch den Landesbibliothekar ge 
mäß dem Wunsch von Karl Altmül 
ler, offiziell wegen der zu eng aus 
gelegten Vorschrift im Testament 
§ 15 abgelehnt wurde. Dieselbe 
Frage war in anderem Zusammen 
hang gerade betreffend Errichtung 
einer Volksbibliothek Kassel im 
Stadtrat diskutiert worden, da der 
Stifter Dr. Fr. Oetker mit der Spen 
de von 2.000 Talern den Vorschlag 
gemacht habe, daß die Volksbiblio-
	        

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