Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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Hermann Klöffler (1837-1916), Stiftungsverwalter 1878-1895 (links). Foto ghb.lmb 
Zur Verstärkung des Verwal 
tungsstocks traf der Stiftungsyer- 
walter mit den Testamentswäch 
tern außerdem die Absprache, daß 
je Jahr 5.000,— Mark wie etwaige 
nicht verausgabte Zinserträgnisse 
des Stiftungsstockes dem Verwal 
tungsstock zugeführt werden. Hier 
durch sollte die nach aller Ansicht 
ungenügende Höhe des Verwal 
tungsstockes verbessert werden, 
um möglichst über viele Jahre die 
Verwaltungsausgaben der Biblio 
thek aus dem Stiftungsvermögen 
bezahlen zu können. Weitere 350,— 
Mark aus den Zinserträgen des Stif 
tungsstockes wurden ab 1905 
schließlich dem neugegründeten 
Stock „Preisausschreiben” zuge 
führt, das zum ersten Mal 1915 aus 
geschrieben werden sollte (3). 
Trotz dieser Einschränkungen 
stand zum Literaturkauf ab 1905 
statt bis dahin rd. 1.300 Mark die 
beachtliche Summe von 9.000 bis 
12.000 Mark zur Verfügung. Im Ein 
zelfall wurde die Zuweisung an den 
Verwaltungsstock gekürzt. 
Der Stiftungsverwalter war Or 
gan des Stadtrats bzw. ab 1. April 
1898 mit Inkrafttreten der neuen 
Städteordnung Organ des Magi 
strats der Stadt Kassel. Dem Stadt 
rat bzw. dem Magistrat, in gewichti 
geren Fragen auch dem Bürgeraus 
schuß bzw. der Stadtverordneten 
versammlung hatte er zu berichten 
bzw. deren Entscheidungen einzu 
holen. Er war Bediensteter der 
Stadt Kassel. In der Dienstanwei 
sung vom 3. Mai 1882, wegen der 
neuen Städteordnung vom Magi 
strat abgeändert am 22. Juli 1899 
(6), wurden ihm u. a. folgende we 
sentliche Aufgaben übertragen: 
- Verwaltung des Stiftungsvermö 
gens gemäß den Vorschriften des 
Testaments und der Stadt Kassel 
- Einleitung der zum Bau, zur Er 
richtung und zum Betrieb des Bi 
bliotheksgebäudes erforderlichen 
Maßnahmen 
- Verwaltung der Bibliothek als 
Mittelbehörde 
- Verpflichtung, das Testaments 
wächterkollegium in Wirksamkeit 
zu erhalten. 
Der Stiftungsverwalter hatte sei 
nen Jahresbericht den Gremien der 
Stadt Kassel, den Testamentswäch 
tern und der zuständigen Auf 
sichtsbehörde der Stadt Kassel zur 
Kenntnis zu geben. Im übrigen 
wurde er durch den Stadtkämmerer 
und die Stadtkasse bei der Rech 
nungsführung und Rechnungsle 
gung unterstützt. 
Nach dem am 11. August 1864 er 
folgten Rücktritt des ersten Stif 
tungsverwalters, des Stadtratsmit 
gliedes Kaufmann Friedrich Grim 
mei, wurde dem Stadtratsmitglied 
Fabrikant August Wittich die Lei 
tung der Geschäfte übertragen. 
Ihm folgte am 2. Oktober 1869 als 
Stiftungsverwalter das Stadtrats 
mitglied Rentier Ferdinand Hent- 
ze. Nach dem Rücktritt F. Hentzes 
als Stiftungsverwalter 1878 folgten 
der 2. Bürgermeister der Stadt Kas 
sel, der frühere Landesrat und 
Sachbearbeiter für die Landesbi 
bliothek Kassel Hermann Klöffler 
(* Marburg/L. 30.9.1837, t Kassel 
18.8.1916) und am 1. Juli 1895 der 
Stadtsyndikus und spätere 2. Bür 
germeister Karl Brunner (* Gu- 
densberg 19.8.1862, j Meiningen/ 
Th. 23.2.1945). Die Namen der Stif 
tungsverwalter nach K. Brunners 
Pensionierung 1930 sind noch zu 
ermitteln; wahrscheinlich waren es 
die Oberbürgermeister Stadler und 
Lahmeyer persönlich.
	        

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