Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

128 
Tradition geprägten Bibliotheken - 
dazu gehören auch die großen Uni 
versitätsbibliotheken - sollen nach 
seiner Überzeugung stets die Funk 
tionen von Forschungsbibliothe 
ken wahrnehmen, sollen also nicht 
nur reine Informationszentren 
oder nur Dienstleistungsbetriebe 
sein, deren einzige Aufgabe es ist, 
Lehrmaterial und gerade aktuell 
benötigte Literatur bereitzustellen. 
Ein historisch fundierter und 
ununterbrochen gewachsener 
Buchbestand, der selbst Gegen 
stand von Forschung werden kann, 
verpflichte und legitimiere eine Bi 
bliothek dazu, auch Forschungs 
stätte zu sein.” 54 ) 
In dem vorstehend angegebenen 
Literaturverzeichnis 55 ) fehlt ein 
Aufsatz zu Kassel, der hier nachge 
tragen sei. 
Liebers, Gerhard. Die Bibliotheks 
verhältnisse in Kassel nach dem 
Kriege. In: Zentralblatt f. Biblio 
thekswesen. 65 (1951) S. 383-387. 
Vogelsang, Thilo, Dr. phil. 
1. Oktober 1949 bis 30. September 
1950. 
Thilo Vogelsang wurde am 14. 
Februar 1919 als Sohn des Schulrats 
Wilhelm Vogelsang und seiner 
Ehefrau Margarethe, geb. Fuchs, in 
Braunschweig geboren. Er besuch 
te dort das Staatliche Wilhelms- 
Gymnasium und legte Ostern 1937 
seine Reifeprüfung ab. Nach dem 
obligatorischen Reichsarbeits 
dienst studierte er zwei Semester 
an der Hochschule für Lehrerbil 
dung in Braunschweig, da dieses 
Studium Voraussetzung für ein 
philologisches Studium war. Vom 
Herbst 1938 bis zum 8. Mai 1945 be 
fand sich Thilo Vogelsang im 
Wehrdienst. 1945 nahm er sein Stu 
dium an der Universität Göttingen 
mit den Fächern Geschichte, 
Deutsch und Latein wieder auf. 
1949 legte er sein Staatsexamen ab 
und promovierte im gleichen Jahr 
zum Dr. phil. in Göttingen. 
Am 1. Oktober 1949 trat Thilo 
Vogelsang seinen Dienst als Biblio 
theksreferendar bei der Murhard- 
schen Bibliothek an und wechselte 
in gleicher Eigenschaft am 1. Okto 
ber 1950 an die Stadt- und Universi 
tätsbibliothek nach Frankfurt am 
Main. Dort legte er 1951 seine bi 
bliothekarische Fachprüfung ab 
und ging nach München als Biblio 
thekar an das Institut für Zeitge 
schichte, dessen Bibliotheksdirek 
tor er später wurde. Seit 1962 war er 
gleichzeitig als Dozent an der 
Hochschule für Politische Wissen 
schaften in München tätig. Thilo 
Vogelsang starb am 2. April 1978 in 
München. 
Seine zahlreichen Veröffentli 
chungen und Beiträge zur Zeitge 
schichte können hier nicht aufgeli 
stet werden, auch wenn es bisher 
wohl noch keine Zusammenstel 
lung seiner Arbeiten gibt. Es sollen 
hier aber die Arbeiten, die sich mit 
Nordhessen beschäftigen, zitiert 
werden, da diese teilweise weitge 
hend unbekannt geblieben sind. 
Vogelsang, Thilo. Consors regni. 
Die Frau als Herrscherin im Mit 
telalter. Phil. Diss. Göttingen. 
Kassel (1949). (Maschinen 
schrift) (gedruckt Göttingen 
1954). 
- Probleme um den heiligen Cyria 
kus. (Kassel 1950). (Maschinen 
schrift. ; vermutlich Manuskript 
für den Vortrag vor dem Hessi 
schen Geschichtsverein in Kas 
sel am 6. Januar 1950) 
- Der staatliche Charakter des 
Theaters zu Kassel. (Kassel) 
(1950) 
- Fragen um den heiligen Cyria 
kus. Zur Entstehungsgeschichte 
der Cyriakus-Abtei zu Eschwe- 
ge. In; Das Werraland. 3 (1951) 
Heft 3, S. 44-45. 
- Bemerkungen zur Geschichte 
Kassels im Hohen Mittelalter. 
In: ZHG 63 (1952) S. 51-54. 
Kramm, Walter, Dr. phil. 
? 1950 (?) bis 3. Mai 1952. 
Walter Kramm wurde am 21. 
September 1906 als Sohn des Lan 
desamtmann Arthur Kramm und 
seiner Ehefrau Margarethe, geb. 
Wiemeyer, in Kassel geboren. Er 
besuchte das Wilhelms-Gymna 
sium seiner Heimatstadt und legte 
dort Ostern 1926 die Reifeprüfung 
ab. Studiert hat er in Berlin, Wien 
und Marburg Kunst- und Musik 
wissenschaft und Archäologie. Sei 
nen ursprünglichen Wunsch, als 
Schüler von Arthur Schnabel Pia 
nist zu werden, gab er zugunsten 
des Studiums der Kunstgeschichte 
auf. Walter Kramm promovierte 
am 7. April 1932 über „Andreas 
Herber und seine Kasseler Bild
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.