Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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Frage der mit der Bearbeitung des 
Katalogs betrauten Personen ein- 
tritt. Um zu verhüten, dass Dr. G. 
sich um andere günstigere Stellen 
bewirbt, bitte ich, ihn durch Verlei 
hen einer Beamtenstelle, die übri 
gens sein Vorgänger Heidelbach 
auch schon innehatte, an die Mur- 
hard’ sehe Bibliothek zu bin 
den.” 52 ) Theodor Griewank blieb, 
er erhielt die Stelle, allerdings zer 
störte der baldige Krieg vielerlei 
Wunschvorstellungen. 
Theodor Griewank unternahm 
1937 eine Italienreise. Kurz danach 
lernte er seine spätere Ehefrau 
Margarete, geb. Scheidt, kennen, 
die er am 7. April 1938 heiratete. 
Aus dieser Ehe ging ein Sohn her 
vor. 
Theodor Griewank schloß sich 
bald dem Hessischen Geschichts 
verein an. Während sich seine erste 
Arbeit noch mit seiner Heimat 
Mecklenburg beschäftigte, sind alle 
späteren Arbeiten (ausgenommen 
die Rezensionen) hessischen The 
men gewidmet. So hat er sich mehr 
fach mit den Brüdern Murhard be 
schäftigt. Am 1. April 1939 wurde er 
Bibliotheksrat. Im Jahre 1939 hielt 
er vor dem Hessischen Geschichts 
verein in Kassel einen Vortrag mit 
dem Thema „Christian Wolff und 
die Universität Marburg”. Ebenso, 
wie er sich mit den Brüdern Mur 
hard beschäftigte, um sie von dem 
Vorwurf der „Französlinge” zu be 
freien, so beschäftigte er sich auch 
mit Karl Georg Winkelblech (Karl 
Morlo). Auch er galt als Revolutio 
när und Abtrünniger der Kurhes 
sen. 
Von 1940 bis 1945 war Theodor 
Griewank als Soldat im Felde. Be 
reits 1939/40 verschob sich sein In 
teresse von der politischen Ge 
schichte zu Fragen aus dem Grenz 
gebiet der Geschichte und Theolo 
gie. F. A. Vilmar wurde unter ande 
rem sein bevorzugtes Studienob 
jekt. Nach dem Kriege konnte er 
bereits am 1. August 1945 seine Tä 
tigkeit als Bibliothekar an der Mur- 
hardschen Bibliothek unter Thilo 
Schnurre wieder aufnehmen. 
Theodor Griewank realisierte jetzt 
seinen Anfang der 40iger Jahre ge 
faßten Beschluß und studierte ne 
ben seiner Berufstätigkeit in Göt 
tingen Theologie. Nachdem die 
Doppelbelastung, Bibliothekar und 
Theologiestudium nicht mehr wei 
ter durchzuhalten war und eine 
zeitweilige Beurlaubung abgelehnt 
wurde, gab Theodor Griewank sei 
ne Bibliotheksratstelle am 30. Sep 
tember 1947 auf und widmete sich 
ausschließlich dem Theologiestu 
dium in Göttingen. Am 27. Juli 
1950 bestand er in Göttingen die 
theologische Fakultätsprüfung. 
Am 1. September 1950 trat er als Vi 
kar und Hilfspfarrer in Gersfeld in 
der Rhön seine erste Stelle an. Im 
September 1951 bestand er seine 
zweite theologische Prüfung. Sein 
Weg führte ihn dann als Pfarrer 
über Röhrda, Kreis Eschwege ,von 
1952 bis 1957 und Hümme, Kreis 
Hofgeismar von 1957 bis 1970 zu 
rück nach Kassel, wo er am 1. Okto 
ber 1970 in den Ruhestand versetzt 
wurde. Am 17. April 1973 starb 
Theodor Griewank in Kassel. Seine 
Witwe lebt heute in Kassel. 
Es konnten folgende Veröffentli 
chungen ermittelt werden (ohne 
Rezensionen): 
Griewank, Theodor. Württemberg 
und die deutsche Politik in den 
Jahren 1859-1866. Stuttgart 1934. 
Darstellungen aus der Württem- 
bergischen Geschichte. Bd. 25. 
Rostock, Phil. Diss. vom 20. No 
vember 1934. 
- Mecklenburg und das Reich. In: 
Mecklenburg, ein deutsches 
Land im Wandel der Zeit. Im 
Aufträge des Mecklenburgi 
schen Staatsministeriums hrsg. 
von Ernst Schulz. Rostock 1938. 
S. 309-317. 
- Die Brüder Friedrich und Karl 
Murhard. Staatswissenschaftler 
und Publizisten. In: Lebensbil 
der aus Kurhessen und Waldeck. 
Bd. 1. Marburg 1939. S. 212-219. 
- Für Freundschaft und Freiheit. 
Aus Karl Murhards Studenten 
zeit. In: Der blinde Hesse. Wö 
chentliche Beilage der Kurhessi 
schen Landeszeitung. Vom 29./ 
30. Juli 1939. 
- Aus dem Leben und Wirken der 
Brüder Murhard. In: Hessen 
land. 50 (1939) S. 230-235. 
- (in Verbindung mit Fr. Israel und 
A. Woringer) Bücher- und Zeit 
schriftenschau für das Gebiet 
des ehemaligen Kurhessen. In: 
ZHG 62 (1940). 
- Karl Georg Winkelblech (Karl 
Morlo) (1810-1865),Sozialtheore 
tiker und Volkswirt. In: Lebens 
bilder aus Kurhessen und Wal 
deck. Bd. 2. Marburg 1940. S. 422- 
428.
	        

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