Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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„Kassel war Stadtrat Dr. Haarmann 
zur zweiten Heimat geworden, er 
liebte sie und diente ihr mit gan 
zem Herzen. Mit vielen literari 
schen Werken trat er hervor, sie 
werden ihm ein bleibendes Denk 
mal sein.” Soweit sie ermittelt wer 
den konnten, folgen sie unten. Und 
weiter heißt es in dem Nachruf: 
„Ein Mensch ist mit ihm dahinge 
gangen, der ein großes soziales Ver 
ständnis hatte, ein Mann von ed 
lem Gemüt. Ihm verdankt auch die 
Stadt Kassel die Einrichtung der er 
sten Kinderspielplätze. Die Trauer 
um ihn ist in weiten Kreisen 
groß.” 50 ) 
Haarmann, Hermann. Die ökono 
mische Bedeutung der Technik 
in der Seeschiffahrt. Melle in 
Hannover 1907. (Erscheint voll 
ständig als: Technisch-Volks 
wirtschaftliche Monographien. 
Bd. 2. 1907.) München, Staats- 
wiss. Fak. Diss. vom 18. Januar 
1907. 
- Wohlfahrtspflege in Kassel. In: 
Reform-Führer mit Rundgangs 
skizzen . ., Kassel 1913. S. 37-40. 
- Sport in Kassel. In; Reform-Füh 
rer ebd. S. 40-43. 
- Werdende Männer in der Grosz 
stadt ; zur Arbeit an der erwerbs 
tätigen Jugend. Vortrag . . . Cas 
sel 1916. 
- Wir und die Kriegsbeschädigten. 
Vortrag . . . (Cassel) 1916. 
- „Das ABC der Mutter”, hrsg. von 
der Gesellschaft für Gemein 
wohl, Cassel. (Verfaßt von Her 
mann Justus Haarmann.) 51.-70. 
Tausend. Leipzig 1919. 
Griewank, Theodor, Dr. phil. 
1. Mai 1936 bis 30. September 1947. 
Theodor Griewank wurde am 5. 
Oktober 1908 als Sohn des Sanitäts 
rats Dr. Otto Griewank und seiner 
Frau Christine, geb. Brum, in Büt- 
zow/Mecklenburg geboren. 5 ') Er 
besuchte dort das Gymnasium und 
legte Ostern 1927 die Reifeprüfung 
ab. Er studierte in Tübingen, Berlin 
und Rostock Geschichte, deutsche 
und französische Philologie. Am 
30. Oktober 1931 promovierte er in 
Rostock zum Dr. phil. Am 13. Ja 
nuar 1933 bestand er das Staatsexa 
men in den Fächern Geschichte, 
Deutsch und Französisch. 
Am 1. Oktober 1933 begann 
Theodor Griewank als Volontär an 
der Universitätsbibliothek Rostock 
seine bibliothekarische Laufbahn. 
Am 1. April 1934 wechselte er in 
gleicher Eigenschaft an die Deut 
sche Bibliothek in Leipzig. Dort be 
stand er am 24. Oktober 1935 seine 
bibliothekarische Fachprüfung. Im 
März 1936 stellte er sich in der Mur- 
hardschen Bibliothek bei Hermann 
Haarmann und Thilo Schnurre vor 
und erhielt zum 1. Mai 1936 eine 
Stelle als wissenschaftlicher Hilfs 
arbeiter. In seinen Tagebüchern be 
tont Theodor Griewank immer wie 
der die angenehme Atmosphäre in 
der Murhardschen Bibliothek. In 
einem Zeugnis vom 20. Oktober 
1937, verfaßt vermutlich von Thilo 
Schnurre, heißt es: „In den andert- 
halbjahren, in denen ich mit Dok 
tor G(riewank) zusammengearbei 
tet habe, konnte ich feststellen, 
dass er ein durchaus wissenschaft 
lich gerichteter und gründlicher Ar 
beiter ist. Letztere Eigenschaft ist 
besonders wichtig für die ihm 
obliegende Bearbeitung des Deut 
schen Gesamtkatalogs, die grösste 
Sorgfalt und peinlichste Kleinar 
beit verlangt. Da wir in der Biblio 
thek leider keinen einzigen fachlich 
vorgebildeten Mittelbeamten besit 
zen, muss Dr. G. alle Bücherauf 
nahmen machen, die von mir nach 
geprüft werden. Nach alter, guter 
Gewohnheit findet die Beratung 
des Publikums im Katalogzimmer 
durch wissenschaftliche Beamte 
statt. Dr. G. hat sich dem hier herr 
schenden Geist durchaus ange 
passt und ist bestrebt, jeden Benut 
zer freundlich und seiner geistigen 
wie sozialen Eigenart entsprechend 
zu behandeln. 
Die wichtigste wissenschaftliche 
Bibliotheksarbeit ist die Bearbei 
tung des systematischen Katalogs, 
die ich seit langen Jahren allein ma 
chen musste. Es ist natürlich für die 
Dauer untragbar, dass nur ein 
Beamter den systematischen Kata 
log, der die Seele der ganzen Biblio 
thek ist, beherrscht. Dr. G. ist auch 
hier mit Erfolg bemüht, sich ein 
zuarbeiten. Eine volle Beherr 
schung des systematischen Kata 
logs, der etwa 30 000 Unterabteilun 
gen erfasst und gerade jetzt durch 
die Umwälzung auf allen Gebieten 
ständig wächst oder umgestaltet 
werden muss, erfordert naturge 
mässjahrelange Arbeit. Deshalb ist 
im Interesse der Murhard’sehen 
Bibliothek unbedingt anzustreben, 
dass eine gewisse Ständigkeit in der
	        

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