Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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trat er als Volontär bei der Mur- 
hardschen Bibliothek seinen 
Dienst an. Am 15. Juli 1904 promo 
vierte er in Göttingen zum Dr. phil. 
Am 1. April 1905 wurde er Hilfsbi 
bliothekar und am 1. April 1908 Bi 
bliothekar. Am 2. Oktober 1909 ver 
ehelichte er sich mit Elisabeth, geb. 
Schneider, Tochter des Architek 
ten Professor Dr. Carl Schneider. 
So begann, wie auch die Veröf 
fentlichungen zeigen, die Lauf 
bahn eines erfolgreichen Bibliothe 
kars, der auch noch Zeit und Muße 
für literarische Veröffentlichungen 
fand. Diese Laufbahn wurde jäh 
durch den ersten Weltkrieg unter 
brochen. „Es kann leider keinem 
Zweifel mehr unterliegen, daß der 
als Hauptmann d.R. und Bataillons 
führer im Leide stehende Dr. Hans 
Legband, Bibliothekar an der Mur- 
hardschen Bibliothek der Stadt 
Cassel, der seit Anfang Juli v. Js. 
(1916) vermißt wird, im Beginn der 
Kämpfe an der Somme gefallen ist. 
Er war bereits im früheren Verlauf 
des Krieges zweimal verwundet ge 
wesen. Bei den Kämpfen vor Ver 
dun (Port Vaux) hatte er sich das 
Eiserne Kreuz 1. Klasse erworben. 
Er genoß in seiner Division einen 
hervorragenden Ruf. So zeigte er 
im Felde dieselbe Tüchtigkeit, die 
er in seinem bürgerlichen Beruf 
stets bewährt hat.” 34 ) 
Seine Witwe starb am 11. Januar 
1918 und hinterließ den am 12. Sep 
tember 1916 geborenen Sohn Hans 
Gerhard. Dieser wuchs in Kassel 
bei Verwandten seiner Mutter auf, 
studierte später Medizin, wohl oh 
ne Abschluß, und wird, nachdem er 
seinen Wohnsitz am 20. Juli 1939 
wieder nach Kassel zurückverlegt, 
am 1. März 1945 „von Amtswegen 
nach unbekannt verzogen” regi 
striert. 
Von Hans Legband konnten fol 
gende Veröffentlichungen ermit 
telt werden: 
Legband, Hans. Neue Bruchstücke 
des oberdeutschen Servatius. In: 
Zeitschrift für deutsches Alter 
tum. Bd. 46 (1902) S. 305-308. 
- Die Alsfelder Dirigierrolle. 
(Darmstadt) 1904. (Aus: Archiv 
f. Hess. Gesch. und Altertums 
kunde, N.F. Bd. 3, H. 3) Göttin 
gen, Phil. Diss. v. (15. Juli) 1904. 
- Zu den Quaternionen der 
Reichsverfassung. In: Archiv für 
Kulturgeschichte. Bd. 3 (1905) S. 
494-498. 
- Das Gebetbuch des sei. Markgra 
fen Bernhard von Baden. In: 
Centralblatt f. Bibliothekswesen. 
23 (1906) S. 127. 
- Joh(ann) Aug(ust) Nahls des Äl 
teren Grabmal von Hindelbank 
im Urteil der Zeitgenossen. In: 
Hessenland. 24. (1910) S. 327- 
330. 
- Deutsche Literaturdenkmäler 
des 17. und 18. Jahrhunderts bis 
Klopstock. I. Lyrik. Ausgewählt 
und erläutert von Paul Legband. 
Leipzig 1908. - II. Prosa. . . . von 
Hans Legband. Berlin und Leip 
zig 1912. (Sammlung Göschen 
364. 365.). 
- Systematisches Inhaltsverzeich 
nis zur Zeitschrift des Vereins 
für hessische Geschichte und 
Landeskunde. Bd. 1-45 ein 
schließlich der vom Verein bis 
1911 veröffentlichten Supple 
mentbände, periodischen Blätter 
und Mitteilungen, nebst einem 
Verzeichnis der Mitarbeiter. 
Kassel 1912. 
- Geschichte der literarischen 
Kultur. Literaturbericht. In: Ar 
chiv für Kulturgeschichte. 10 
(1912) S. 481-499. 
- Geschichte der literarischen 
Kultur. Literaturbericht. In; Ar 
chiv für Kulturgeschichte. 11 
(1914) S. 117-128. 
Rubensohn, Max, Dr. phil. 
1. April 1907 bis 1. Oktober 1908. 
Max Rubensohn, mosaischen 
Glaubens, wurde am 21. November 
1864 in Höxter als Sohn des Man- 
del/Emanuel Rubensohn aus Beve 
rungen und der Ehefrau Adelheid, 
geb. Herrlich, aus Höxter, geboren. 
Seine Eltern zogen im September 
1873 nach Kassel, so daß Max Ru 
bensohn in Kassel aufgewachsen 
ist. Er hat in Kassel das Gymna 
sium besucht und auch die Reife 
prüfung abgelegt. Die Familie ist 
wohl verwandt mit der Ehefrau des 
Kunsthistorikers Rudolf Hallo, die 
eine geborene Rubensohn war. 35 ) 
Max Rubensohn studierte klassi 
sche Philologie und Geschichte 
und promovierte am 7. Oktober 
1887 in Berlin. Seit 1890 war er in 
Berlin und/oder Potsdam Gymna 
sial- und Privatlehrer, zumindest 
bis zum Jahre 1900. Am 1. Oktober 
1903 wurde er, nachdem er aus dem 
„Gildemeister’ sehen Institut” aus 
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