Full text: 125 Jahre Murhardsche Stiftung der Stadt Kassel und ihrer Bibliothek

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sor der philosophischen Fakultät 
der Universität Heidelberg beru 
fen. Bereits am 30. März 1933 starb 
Georg Steinhausen in Kassel. 
Georg Steinhausen gilt als be 
deutendster Vertreter der Kultur 
geschichte, der diese Disziplin als 
selbständige Wissenschaft sehen 
wollte. So forderte er bereits 1895 in 
einem Aufsatz Lehrstühle für Kul 
turgeschichte an den deutschen 
Universitäten. Viele seiner Werke 
gehören auch heute noch zu den 
Standardwerken. Daß er auf der an 
deren Seite doch weitgehend in 
Vergessenheit geraten ist, mag vor 
allem damit Zusammenhängen, daß 
sich seine Aufsätze nach dem er 
sten Weltkrieg immer stärker von 
seinen früheren kulturgeschichtli 
chen Themen entfernten und sich 
mehr einer pessimistischen Welt 
schau mit zum Teil stark politisch- 
konservativem Einschlag hinwand 
ten. Georg Steinhausens Aktivitä 
ten in Kassel blieben relativ rar. Im 
Stadtarchiv hat sich eine gedruckte 
Ankündigung erhalten, auf der Dr. 
Steinhausen Vorlesungen über 
„die Geschichte der deutschen Kul 
tur in ihren Hauptphasen” vor dem 
„Casseler Lehrerverein im Ha- 
nusch-Saale zu Cassel” im Januar 
und Februar 1903 bekanntmachte. 
Im Geschichtsverein hat er wohl 
nur einmal zum Thema „Die Deut 
schen im Urteile des Auslandes, ge 
schichtlich beleuchtet” im Jahre 
1908/09 gesprochen. Andererseits 
war Georg Steinhausen Mitbegrün 
der der „Kurhessischen Gesell 
schaft für Kunst und Wissenschaft” 
Professor Dr. phil. Georg Steinhausen 
(1866-1933) 
Foto GhB.LMB 
und jahrelang deren stellvertreten 
der Vorsitzender. 
Da Georg Steinhausen seine 
Veröffentlichungen bis zum Jahre 
1925 weitgehend zusammen mit ei 
ner Autobiographie herausgegeben 
hat 32 \ werden hier nur Ergänzun 
gen, ohne Anspruch auf Vollstän 
digkeit, mitgeteilt. Insbesondere 
wurden die von ihm herausgegebe 
nen Zeitschriften nicht ausgewer 
tet. 
Steinhausen, Georg. Der Charta-, 
tan. Schauspiel in fünf Aufzü 
gen. (Als Manuskript gedruckt.) 
Greifswald (1893). 
- Die Murhardsche Bibliothek der 
Stadt Cassel. In: Monographien 
deutscher Städte. Bd. 4, Cassel. 
(Oldenburg 1913) S. 160-164. 
- Murhardsche Bibliothek. In: Die 
Verwaltung der Residenzstadt 
Cassel 1908 bis 1911. (Cassel 
1913). S. 396-401. 
- Aus dem Tagebuch eines Unbe 
deutenden. (Neue Auflage.) 
Leipzig, Ph. Reclam jun. (1921). 
- Der politische Niedergang 
Deutschlands in seinen tieferen 
Ursachen. Osterwieck, A.W. 
Zickfeldt 1927 (Ausg. 1926). 
- Deutsche Geistes- und Kultur 
geschichte von 1870 bis zur Ge 
genwart. Halle, M. Niemeyer 
1931. 
Legband, Hans, Dr. phil. 
1. Juni 1904 bis 1. Juli 1916. 
Hans Eduard Legband wurde am 
25. Januar 1878 in Braunschweig 
als Sohn des Kaufmanns Johannes 
Legband und seiner Ehefrau Anna, 
geb. Krantz, geboren. Er besuchte 
in Braunschweig das Herzogliche 
Neue Gymnasium und bestand 
dort Michaelis 1897 seine Reifeprü 
fung. Nach der Militärzeit studierte 
er in Berlin, München und Göttin 
gen deutsche Philologie, Geschich 
te und Bibliothekshilfswissen 
schaften. Außerdem hörte er Vorle 
sungen zur Philosophie, Paläogra 
phie, Erdkunde und Kunstge 
schichte. Michaelis 1901 unterbrach 
er seine Studien, um für ein Jahr 
nach Italien zu gehen, um „dort mit 
einem Oberlehrer vom Barnabiten- 
kollegium in Lodi (Provinz Mai 
land) Deutsch zu treiben, zugleich 
auch selbst Kenntnisse in italieni 
scher Sprache und Kunstgeschich 
te zu sammeln.” 33 » Am 1. Juni 1904
	        

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