Full text: Beuchelt & Co.

Die Entwicklung des Werkes 
Als im Jahre 1876 der große wirtschaftliche Rückschlag in Deutschland eintrat, führte 
dieser auch zur Stillegung einer in Grünberg betriebenen Maschinenbauwerkstatt. 
Vertrauen zum eigenen Können und Glaube an die Zukunft gaben damals, trot? der 
herrschenden ungünstigen Verhältnisse, den beiden jungen Freunden, den Ingenieuren 
Georg Beuchelt und Albert Ribbeck, den Mut, die leerstehenden Werkstätten zu er 
werben, und sie eröffneten darin am 1. Dezember 1876 mit 6 Arbeitern, einem Büro 
gehilfen, einem Werkmeister und einem noch heute in der Firma als Oberingenieur 
tätigen Lehrling einen neuen Betrieb, der die Firmenbezeichnung „Fabrik für 
Brückenbau und Eiscnkonstrukfioncn Bcuchclt & Co., Grünberg i. Schlesien“ 
erhielt. 
Büro und Wohnung befanden sich in einem kleinen, noch jet?t stehenden Hause 
bescheidenster Art. Der erste Auftrag war die Reparatur eines Maischbottichs, dem 
Stahltore, Palisadengitter für die Festung Graudenz und dann auch bald Eisenkon 
struktionen für Brücken und Dächer, ferner Drehscheiben, Reservoire und ähnliches 
folgten. Schon im nächsten Jahre konnten 80 Arbeiter beschäftigt, das kaufmännische 
und technische Personal vermehrt werden. 
Durchblättert man die alten Kommissionsbücher, so stellt sich an Hand ihrer 
Eintragungen der weite Weg dar, der zwischen jenem ersten nach Grünberg ge 
lieferten Maischbottich und Leistungen liegt, wie sie verkörpert werden durch die 
Kaiserbrücke in Breslau mit den vielen anderen festen und beweglichen Oderbrücken, 
die Swinemünder Straßenbrücke in Berlin, die Bahnhofshalle Friedrichstraße in Berlin 
und zahlreiche andere Beispiele, ebenso wie durch die Ausführungen in den Balkan 
ländern, der Türkei, in Afrika und Japan. Unermüdlich und unverdrossen wurden 
alle einschlägigen Arbeiten in Auftrag genommen, bis sich die Firma immer mehr zu 
einer leistungsfähigen Eisenbauanstalt für Großkonstruktionen entwickelte. 
Als im Jahre 1880 aus Gesundheitsrücksichten der Teilhaber Ribbeck ausschied, 
wurde Georg Beuchelt alleiniger Inhaber der Firma. Immer größere und schwierigere 
Aufgaben wurden in Angriff genommen. In steigendem Maße erfolgte die Ausführung 
von Brücken nach eigenen Entwürfen der Firma. Die Herstellung von Brücken und 
Eisenkonstruktionen war aber doch gewissen Schwankungen unterworfen, die hier 
im Osten wegen des Fehlens von Aufträgen, wie sie die private Bautätigkeit zeitigt, 
stärkere Ausschläge zeigten als anderwärts. Eine Möglichkeit gleichmäßigerer, auch 
von der Jahreszeit unabhängigerer Beschäftigung des Werkes schien die Herstellung
	        

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