Full text: Sielaff Maschinenfabrik A.-G. Berlin-Neukölln


Die verblüffend einfache Arbeitsweise des Automaten übt ihre Wirkung auf das Publikum aus. Allein der Ge- 
danke, Brot, heiße Wurst und Senf ohne jedes menschliche Zutun zu verkaufen, ist derart neu, daß er unwahr- 
scheinlich klingt. Trotz dieser Unwahrscheinlichkeit ist es gelungen, diesen Automaten zu bauen, ihn vor allen 
Dingen so zu bauen, daß er besser, hygienischer als die menschliche Hand und schneller das Publikum bedient. 
Besser, weil der Apparat von der ersten bis zur letzten Wurst vollkommen von der Außenluft abgeschlossen ist; 
hygienischer, weil Wurst, Brot, Tablett, Senf mit keiner menschlichen Hand oder mit irgendwelchen frei herum- 
liegenden Geräten in Berührung kommen, schneller, weil für die Abgabe des Tellers, des Brotes, der Wurst, des 
Senfs nur das Drehen der Kurbel notwendig ist. 
Daß ein solcher Apparat in unserem Zeitalter der Technik einen außerordentlich großen Zuspruch hat, ist ein- 
leuchtend. Jede zur Ausgabe kommende Wurst wird durch ein von außen ablesbares Zählwerk gezählt. Der Apparat 
verkauft nur gegen bar, vereinnahmt das Geld sofort in eine besonders verschlossene Kasse. 
Die Ersparnisse an Arbeitskraft, die Möglichkeit, den Apparat auch dort aufzustellen, wo bisher ein Tisch mit 
Wurstkessel und Bedienung nicht untergebracht werden konnte, die jederzeitige genaue Kontrolle über den Umsatz, 
der Fortfall der Kontrolle der Bestände sind solche grundlegenden Vorteile für den Besitzer, die seinen Nutzen 
an diesem Geschäft vergrößern. 
Jeder Gast bedient sich selbst. Er hat schon durch das Äußere des Apparates den Eindruck, daß er eine absolut 
einwandfreie Ware erhält, die mit der menschlichen Hand und mit der Außenluft nicht in Berührung kommt. 
Er braucht selbst bei größtem Andrang, der sonst oft am Büfett herrscht, nicht zu warten, da der Apparat immer 
verkaufsbereit ist. 
Der Automat ist in Elfenbeinfarbe mit blau abgesetzten Kanten lackiert. Eine lebenswahre Abbildung der zur 
Ausgabe gelangenden Ware, Geldeinwurf, Ausgabeschale und alle Angaben, die für die Bedienung des Automaten 
von Wichtigkeit sind, sind durch besonders ins Auge fallende Farbenverwendung hervorgehoben. Der Kopf des 
Automaten besitzt ein von innen zu erleuchtendes Schild mit der Inschrift: „Heiße Würstchen“, sodaß schon 
das Publikum auf größere Entfernung auf den Apparat aufmerksam gemacht wird. Schon rein äußerlich macht 
der Apparat einen durchaus zuverlässigen und appetitlichen Eindruck. 
Alle Innenteile sind unter Beachtung der bestehenden Vorschriften der Gesundheitsbehörde hergestellt; Verwendung 
rostfreier Metalle, starke Verzinnung, Vernickelung sorgen dafür, daß selbst bei einem jahrelangen Betrieb bei 
einer entsprechenden Sauberhaltung des Apparates das Innere immer sauber und ansehnlich bleibt. In dem oberen 
Teil des Apparates, der durch eine Doppeltür verschlossen ist, ist eine Trommel, die 50 Würste aufnimmt, unter 
gebracht. Der Trommelraum ist abgeschlossen und wird von dem darunter liegenden zweiten kleinen Behälter, 
der bis etwa 2/3 Höhe mit Wasser gefüllt ist, unter Dampf gehalten. Die in der Trommel befindlichen Würstchen 
werden so vorgewärmt. Aus der oberen, sogenannten Vorratstrommel fällt bei Betätigung des Apparates die Wurst 
in den erwähnten unteren Behälter in ein Schaufelrad: dieses Schaufelrad zieht die Wurst durch das auf ständig 
gleicher Temperatur gehaltene Wasser und gibt ihr die Temperatur, die eine richtig zubereitete Wurst durch das 
sogenannte Ziehen sonst bekommt. Das Schaufelrad hebt bei Betätigung die Wurst aus dem Wasser heraus und 
läßt sie auf das bereitstehende Tablett mit der Scheibe Brot fallen. Der untere Wasserbehälter wird durch eine 
elektrische Heizpatrone geheizt. Ein Thermostat schaltet den Strom, sobald er die einmal eingestellte Temperatur 
überschreitet, selbsttätig aus und, sobald die Wassertemperatur eine bestimmte untere Grenze erreicht hat, wieder 
selbsttätig ein; dadurch ist die Gewähr gegeben, daß Dampfentwicklung und Temperatur des Wassers ständig auf 
gleicher Höhe gehalten werden. 
Getrennt von dieser Einrichtung für die heißen Würstchen ist ein besonderer Schacht angeordnet, aus dem bei 
Drehen der Kurbel selbsttätig ein Teller mit der Scheibe Brot an die Wurstabgabe herangefübrt wird. 
Über der Wurstabgabe befindet sich ein Senfbehälter, aus dem durch eine kleine Pumpe die erforderliche Menge 
Senf abgegeben wird. 
Ein Platzen und Zerkochen der Wurst ist unmöglich. Ob die Außentemperatur heiß oder kalt ist, die Temperatur 
im Inneren des Automaten bleibt immer die gleiche, da sie durch einen Thermostaten geregelt wird. Daher ist 
die Haltbarkeit der Wurst fast unbegrenzt. Größe und Gewicht der Wurst, bis zu einem bestimmten Höchstmaß, 
spielen für die Tätigkeit des Automaten keine Rolle. 
Geldeinwurf verstellbar auf 20, 30, 40 und 50 Pfg. 
Genaue Kassenkontrolle durch Zählwerk. 
Fassungsvermögen: 50 Würste. 
Durch Drehen der Kurbel werden sämtliche Funktionen des Apparates ausgeübt, sodaß nur die fertige Portion 
zu entnehmen ist. Genaueste Temperalur-Regelung. 
 
Wurst-Automat WA 
Fassungsvermögen: 50 Würste, Höhe: etwa 2 m, Breite: 1 m, Tiefe: 36 cm, Nettogewicht; 225 kg, 
Bruttogewicht: 290 kg, Kistenmaße: 2,15 m X 1,20 m X 56 cm, Godewort: URRI U. 
MASSE UND GEWICHTSANGABEN SIND NUR ANNÄHERND. 
 
SIELAFF MASCHINENFABRIK A.-G. 
Fernsprecher; F 2 Neukölln 3341 
Drahtanschrift: Sielaffant Berlin 
BERLIN-NEUKÖLLN 
ZIEGRASTRASSE 21-31 
 
Saladruck, Berlin SO 16
	        

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