Full text: Über hessische Ortsnamen

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 317 
wenn er einen kundigen und Aeissigen mann veran 
lassen wollte, aus den in unserm lande glücklich 
vorräthigen materialien eine so genaue Aurbeschrei- 
bung zusammenzutragen, wie sie nicht in Deutsch 
land vorhanden ist, vielleicht nirgend so ausführbar 
wäre. Es gibt dafür noch einen andern weg als die 
durchsicht der Wochenblätter, aus denen das ganze 
do^jJiur unvollständig zusammengestückelt werden könnte. 
Das steuercollegium bewahrt bändereiche cataster, 
welche die g'emarkung jedes dorfs nach den namen 
der eigenthümer, mit allen jenen örtlichen angaben 
verzeichnen; von der zahl dieser bände kann man 
sich einen begri/F machen, wenn ich hinzufüge, dass 
z. b. für das einzige dorf Iba acht starke folianten 
'YV da sind ; und hj^ gleichem verhältniss sind alle übri 
gen nieder- und oberhessischen dorfschafteu ausge 
arbeitet. Wer nun des vorgeschlagenen Werkes sich 
unterfangen wollte, müste die geduld und ausdauer 
haben, alle bände des catasters zu excerpiren, 
nötigenfalls auch, wenigstens in besonders wichti- 
chen fällen, die sehr weitläuftigen flurcarten zu ver 
gleichen. Doch sieht das geschäft schlimmer aus 
als es ist; ich getraute mir aus jedem bande alles 
wichtige in einer halben stunde auszuziehen. Ge 
wänne man auf solchem wege alle für mythologie, 
recht , geschichte und spräche erheblichen ortsbenen- 
nungen, Hesse man sie sämmtlich drucken (was auf 
wenigen bogen geschehen könnte) und versähe sie 
mit genauen registern, so würde Hessen eine orts- 
kunde besitzen, wie kein anderes land. Nur inWür- 
temberg sollen die Auren gleich genau und vielleicht 
noch genauer aufgenommen worden sein.
	        

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