Full text: Irmenstraße und Irmensäule

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 221 
und die Ringe stehlenden Vogel. Isis, die Mondgöttinn 
flüchtete vor dem bösen , rothen Fuchs oder WolsTyphon, 
der sie zu verschlingen trachtete, wie nach der Edda der 
Wolf Mondschtinger (Managarmur) heißt. 7) Der 
Mond auf dem Weg den er am Himmel durchzog, warf 
seine Strahlen zurück und schoß sie gleich Pfeilen wider 
den nachsetze.,den Feind. Pfeil, Strahl und Haar sind 
eins, 8) den Frauen und Strohwitwen wird das jungfräu 
liche gotdgesponnene Haar abgeschnitten und darauf bezieht 
sich vielleicht die Gewohnheit des Hexelstreuens. Allein in der 
griechischen Fabel hat die Mythe von dem strohernen Weg 
eine neue merkwürdige Richtung genommen, wodurch die 
Zdee bestätigt wird. Phaeton, 9) der Sonnensohn und 
selbst der scheinende (von <p«w - <p*ivw ) konnte die Rosse 
des Himmelwagens nicht bändigen, sie verwirrten sich 
und verbrennten alles wohin sie kamen. Davon rührt feit» 
dem der aschgraue, helle Streif am dunkeln Himmel, 
via usta, combusta (Palin sana, regio cotvflagra- 
ta) die Felder brannten bis auf die Stoppeln nieder 
und der Stoppelweg ist genau jener orientalische Spreu 
weg; im lateinischen wird er auch via secta ge 
nannt , gleichsam der helle in die dunkelgrüne Wiese des 
Himmels gemähte. Nach einer anderen lebendig abweichen 
den Erzählung hatte sich Phaeton selber die glühende, 
glimmende Asche ausgestreuet, um sich den Weg vorzu 
zeichnen, gerade wie Kinder in den Märchen Brotkrumen, 
7) Noch im Thiermarchen scheint es mir bedeutend, daß 
der Wolf den Mond im Brunnen für einen runden 
Käse halt und gelockt wird hinab zu steigen. 
8) Vergt. Aehre, arisla, aurum etc. 
9) Ovidius metam, I, 6. Manilius 1. c. i).
	        

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