Full text: Über Schule, Universität, Academie

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Jacob Gkimm 
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einüben, die vor seinen äugen gemacht werden? wie der vater sein söhnlein 
die rechte hand gebrauchen lehrt, ihm die zahlen an den fingern versagt, 
wird er auf der stelle lüge und ungehorsam an ihm strafen und ihm bei jedem 
anlafs den namen gottes mit ehrfurcht aussprechen. Des lernens kraft eilt 
auch hier schon der lehre zuvor und reicht über sie hinaus, dem kind wächst 
die seele von innen, der leib von aufsen, und das ist die schönste, leichteste 
und sicherste erziehung, die dem sich öfnenden und faltenden Verständnis 
und fassungsvermögen des kindes von eitern und hausgenossen unvermerkt 
und ungesucht dargeboten wird. 
Der ackermann nimmt seinen .sohn mit aufs feld, der Schiffer aufs 
wasser, der hirt auf die weide, und ktfst ihp erst kleine geschälte ausrichten, 
über welchen er allmälich auch die schwereren lerne. Wo stand und lebens- 
art sich wenig oder nicht verrücken, ist nichts natürlicher als ein so unmit 
telbarer Übergang der gaben von vater auf sohn, von mutter auf tochter, 
und den sich ablösenden geschlechtern alle wesentliche Unterweisung dadurch 
gleichsam von selbst verliehen. 
Lafst aus irgend welchem grund ein mädchen die schule nicht besu 
chen, sondern daheim unter dem eindruck der eitern und ihres Umgangs auf 
wachsen, und seht zu, ob es nicht mutterwitzig, lebendiger rede kundig, 
~ ^ wolgeartet und haushältig werde vor allen Schülerinnen, die sich mit man- 
c ^ em geplagt haben, was sie ohne schaden wieder vergessen können. 
Hiermit aber soll blofs der eingebornen anlage des menschlichen 
geistes, die es allen Vorbereitungen beinahe gleich thun und sie sogar über 
holen kann, ihr recht geschehen, keineswegs die heilsamkeit oder das be- 
dürfnis der schule unter gesitteten und gebildeten Völkern, die der einfachen 
lebensweise ihrer vorzeit längst entrückt in gemischte und vielfach verwickelte 
y Verhältnisse der gesellschaft eingetreten sind, verabredet werden. 
Es ist für eitern wie für kinder unentbehrliche wolthat, dafs öffent- 
'iU'C)(Oi>ik cjl£n<| Stil yXutc >f\ l£ liehe anstalten bestehen, denen mit vollem vertrauen ein grofser theil der 
erziehung überlassen werden könne. Nicht allein entfernen die eitern den 
lärm und die unstille der in die schule abgegebnen kinder dadurch aus dem 
haus, sei es auch nur um stunden und halbe tage lang, wie mütter sagen, 
die müle abzuschützen, und auf das geräusch ruhe eintreten zu lassen, deren 
sie für ihre geschäfte und Verrichtungen bedürftig sind; der hauptgrund, 
und der natur der dinge gemäfs ist es, dafs gleichfalls das kind aus dem 
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