Full text: Von Vertretung männlicher durch weibliche Namensformen

Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 214 
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pl. bairdd bildet, mag der umlaut der wurzel unverkennbar ein in sie vorge- 
, „ f drungnes i der flexion kund geben, also bardi voraussetzen, was dem la- 
^®0 ^ ^ ^ teinischen bardi, gr. ßctq&oi gleichkäme, dem altirischen druid setzt Zeusz 265 
den gleichmütigen nom. pl. druid, acc. pl. druida an. doch die neusten Un 
tersuchungen irischer declination von Ebel und Stokes ergeben, dasz der 
nom. pl. druide lautete, im acc. druida wäre anklang an druidas, im flexions 
losen nom. druid keiner an druidae, und wie läszt sich der welsche sg. der- 
($2?) wydd, pl. derwyddon zu druida druidae stellen? was ich mutmasze bleibe 
noch einen^augenblick zurückgehalten. Vom pl. Geltae und Galatae war die 
rede oben schon, den Griechen schwankte KsXtol und KeArai y doch fest steht 
TaXarai, aus vollerem Celti oder Galati kürzten die Römer ihr Galli, dem 
schnell das Übergewicht beiwohnte, falsch scheint mir was Pausanias am 
Schlüsse des vierten capitels seines ersten buches sagt: oy^e ttots avrovg ku- 
Xsitjd'ai TaXarag e^evr/cyce. KsXtoi ydo nard re crtydg ro agy^cuov Kai Traqd rolg aXXoig 
d'vofjLu^ovro. dasz Geltae der rechte volksgültige name war verhält sich so, aber 
Galatae galt darum nicht später, sondern wol noch früher, weil G sich in K 
senkt, nicht umgekehrt. Galli trat zuletzt ein, mit altem anlaut zwar, aber 
verstümmeltem auslaut. unterschiede der drei namen der läge der Stämme 
nach sind genug versucht worden, haben aber ihre gefahr. Zu KsArat stim 
men, nach ptolemaeischer Schreibung, die völkernamen AyjfxyjTai, Nu/jLvijrai, N>j- 
/jLrrai, für welches letzte gewöhnlich Nemetes erscheint, man wolle denn aus 
^^tft>SflLCAc^^ s 7 2 ^dem indiculus superstitionum die sacra silvarum, quae Nimidas vocant, an- 
^ ( *tö schlagen, was wieder auf den nom. Nimidae leitet. \Jc^> .Is/uYtwW^. 
e/T ^uLVorc^r Dies wenige ist alles was ich keltischen namen abgewinne, vorausgesetzt 
SmoTveV • ^ dasz man ihre Übernahme in lateinische fassung für treu halten dürfe, ist doch 
^*4taatvko„ Acco^fteA*6,4,44 das geringe ergebnis wichtig, denn es lehrt oder bestärkt dasz das keltische 
5 4^ Sprachsystem dem latein näher stand als dem griechischen, die namenanomalie 
entspricht genau der lateinischen, übrigens haben ihr die romanischen spra 
chen fester angehangen als die irische und welsche, welche sie, soviel ich 
sehe, fahren lassen, denn den ausgang auf a theilen freilich irische substantive 
beider geschlechter miteinander z. b. die weiblichen dearna palma manus, 
ulcha barba, pearsa persona und die männlichen dalta alumnus, gobha faber, 
doch erhellt keine einwirkung einer dieser flexionen auf die andere, und ich 
entscheide nicht ob mannesnamen wie Colla ihrer endung nach irgend weib 
lich zu fassen sind, comharsa vicinus ist das ahd. gimarcho, commarcanus. 
A/fcrKco 5/4^
	        

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