Full text: Von Vertretung männlicher durch weibliche Namensformen

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 214 
Cintogenus. Boduognatus. Induciomarus , ir. londatmar. Zeusz 19. Nerto- 
marus bei Orelli 2394. Virdomarus. Esunertus. Cassivellanus! 4 Catuvolcus. 
Feminina: alauda. Plin. 11. 37, 44. ceva, yacca. Colum. 6, 24, ags. cii, 
gen. cüs, engl, cow, altn. kü, gen. kyr, ahd. chuo, chua. reda, currus, rota, 
abd. reita, alln. reid, ir. riad. Epona. Nebalennia. Yesuna u. s. w. 
Wie sich von selbst versteht dienen männern oft männliche und ad- 
jectivische werter zu beinamen: Apollo Grannus, Livius, Magusanus. Her 
cules Saxanus. in weiblich gebildeten beinamen tritt hingegen unsere hier 
behandelte eigenheit wiederum deutlich vor äugen. Cantobenna, nach Glück 
176 bedeutet album comu, ban m. lebt bis heute im welschen fort. Cara- 
calla, beiname eines römischen kaisers wurde schon oben angeführt, calla 
ist cucullus, velum, der erste theil begehrt noch aufklärung. Galba scheint 
ir. calpa m., woher das engl, calf, und hätte den sinn des lat. cognomens 
Sulla. Camulognata bedeutet nach Glück 102 Marti adsueta und könnte 
wirkliches fern., kein cogn. masc. sein, Dio Cassius hat das männliche Ka- 
Tcvyvaros, ähnlich der bildung Boduognatus. auch Camulogenus bei Caesar 
7, 57. 59. 62 hat mehr die gestalt des lat. terrigenus, als des lerrigena. 
dieser gallischen weiblich gebildeten beinamen sind in der that wenige, doch 
schlieszen sich zwei bereits appellativische pluralformen an: bagaudae latro- 
nes. Forcellini s. v. und eporediae nach Plinius 3. 17, 21: eporedias Galli 
bonos equorum domitores vocant, mit unrecht läszt Glück 145 der lesart 
eporedii den Vorzug, im ersten theil steckt epus equus, möge nun redia bän- 
diger oder schon reiter ausdrücken; lAarijc und auriga gleichen, der männer- 
name zeugte den stadtnamen Eporedia, das heutige Ivrea. noch viel wich 
tiger ist uns die hierher fallende benennung druida, und die sich gegenüber- 
iu!« 2kua,GoW, stehenden formen bardi et druidae '), gr. ßctpSoi Kai Sovt&at müssen nothwendig 
Is^q^ sc ^ on * n ^ er gaschen spräche selbst von einander abgewichen sein, es scheint 
aber schwer und unsicher in den irischen und welschen denkmälem analogen 
verhalt nachzuweisen, denn wenn ir. bard den pl. baird, welsches bardd den 
1 ) eine schöne stelle aus Lucan 1, 444 verdient hier platz; 
vos quoque, qui fortes animas belloque peremptas 
laudibus in longum vates dimittitis aevum, 
plurima securi fudistis carmina, bardi, 
et vos barbaricos ritus moremque sinistrum 
sacrorum, druidae, positis repetitis ab armis. 
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