Full text: Über den Personenwechsel in der Rede

Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 212 
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^vfWKeIvo* da wir schon dehil testa hatten, die Griechen haben für tegere TTeyeiv, für 
tectum crreyog neben reyog, die Littauer stegti tegere, stogas dach und da- 
neben dengti tegere, dangus himmelsdecke, himmel, wo wir dem nasallaut 
jtJLßi,. unseres denken begegnen. stegti, vreyeiv sind das skr. sthag, an dessen 
v 1*6. seite zugleich tvac erscheint, beide mit dem sinn von tesere. durch dieses etn daJl .\\C- 
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seite zugleich tvac erscheint, beide mit dem sinn von tegere. durch dieses 
alles würde die herleitung von denken aus dem begriffe des Schweigens und ( de*\ct u 
deckens, des aufsteigens der gedanken in der stille des gemüts bestätigt. 
Nur bleibt noch eine andere erwägung. dem goth. Jbagkjan Jiahta 
vollkommen analog läuft ein Jmgkjan Jmhta, dem ahd. denchan dähta ein 
dunchan dühta, dem nhd. denken dachte ein dünken dauchte, dem ags. 
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j:>encan ])0^hte ein Jiyncan Jmhte, dem altn. Jienkja J)ätti (wofür J>enkti) ein 
J>yckja J)6tti, dies jmgkjan bedeutet sowol putare, meinen als videri, scheinen 
und noch heute liegt uns dem bedenken ein bedünken, dem gedanken der 
dünkel nahe. hat nun die vorgetragne Vermutung einer abkunft von 
J)agkjan aus Jiahan und |)aihan grund, so müste für Jmgkjan ein gleichfalls 
verlornes Jnuhan J>auh Jnihum oder Jiauhum angenommen werden, sollen aber 
|)agkjan und Jmgkjan derselben Wurzel entstammen, so wäre Jiigkan J)agk Jmg- OimöLOy ga^u. 
kum zu setzen, was auch J)igg, ding, ags. J)incg res erklären helfen könnte, falls . rnuvKaaV 
dies nicht aus ags. Jficgan Joeah Jiaegon obtinere entsprang, einen Übergang 
des sinnes zwischen denken und erlangen vermittelt die Vorstellung des 
erdenkens und findens. mit Jmgkjan trift gr. rvy%dveiv, selbst im nasallaut ^^ocr/cj u£)ts^ 
überein und bedeutet wiederum treffen, finden, erlangen, doch nicht meinen, 
glauben, groszen anstand hingegen macht $o%eiv, das genau die bedeutung Soy 
von J>ugkjan erfüllt, in der form aber die regel der lautverschiebung ver 
letzt; wenn Soksiv und Soksvsiv zu SeyfitrSai gehört, zeigen sich auch da die SiS^T^oCv 
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begriffe accipere, percipere, exspectare. ich habe gründe und zweifei mit- 
\)<^.. axcony* vov\ J^getheilt, ohne schon entscheiden zu wollen. 
OJCbr\ü\iciay\}\t\x.aol ° . ,, . , . 
4aiLVur, 2) einen andern durch unsre alte spräche allgemein verbreiteten ausdruck u >- ce y^ . 
des denkens, das goth. hugjan, ags. hvcgan, ahd. hukkan, alts. huggian, ll} , 
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altn. hyggja hat neulich Dietrich in der Zeitschrift für deutsches alterthum Lt\ toiiaÄtu 
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9, 214 ff. sehr sorgfältig mit der Vorstellung des hoffens zusammengehalten. ugTuiae/nG/n , ™ 
denken und erwarten, wünschen und hoffen reichen nahe aneinander, ihrer cüuyiac^ — ycu}){*»Miw 
Wurzel nach haben hycgan und hopian keine Verwandtschaft, da ein Wechsel 
^(ppJv (ZfcoVUv zw ^ sc ^ en g un d P hier unstatthaft scheint, zu hugjan gehört hugs vovg, mens, ahd. 
^ooyxCpLW tkjjfa hugu, altn. hugr, alts. hugi, ags. hyge, schw. häg, und den namen Hugo, nachdem 
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