Full text: Über den Personenwechsel in der Rede

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Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 212 
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person übergeleitet werden, das lyrische lied, in der ersten wurzelnd, 
darf frei in andere personen überspringen. 
Die erste person ist yorwaltend ein nominativ und nie ein vocativ, 
während umgekehrt die zweite dem vocativ gemäsz erscheint, niemand wird 
sich selbst rufen oder etwas thun heiszen; aus diesem gründe gebührt auch 
der ersten person ein indicativ, der zweiten ein imperativ, doch erscheinen 
dualis und pluralis erster person, weil mehrere zugleich gedacht werden, des 
imperativs fähig, der imp. sg. zweiter person, weil sie in ihm angeredet 
wird, musz als urform aller verbalvorstellungen gelten, zeigt daher im star 
ken verbum deutscher spräche die reine wurzelgestalt, da wo die sprachen 
einen imperativ der dritten person beilegen, ist der befehl ohne zwischen- 
(W odo&r $ kunft zweiter personen, an welche er eigentlich ergehen sollte, aufgefaszt. 
tyiSövjjIwv* ftvAu odfc u, die zwei oder mehr im dual und plural erster person auftretenden sind an 
dere, von dem ich des Singulars verschiedene, wenn ihm auch ähnliche, ge 
einigte personen, weshalb die dual und pluralformen des pronomens erster 
person auch einem andern stamm entnommen sind als die des Singulars. 
Dieser Wahrnehmung, dasz ich, seiner form nach, eines pl. entbehre, 
steht die andere gleich wichtige zur seite, dasz es förmlich und eigentlich 
nur des nominativs, keiner obliquen casus fähig sei, für welche also wie 
derum ein anderer stamm einzutreten hat. denn es musz tiefste Ursache ob 
walten, dasz in beinahe sämmtlichen indoeuropäischen sprachen der nom. 
sg. erster person vocalisch, der oblique casus auf m anlautet, da doch in 
zweiter person der lingual oder dentalanlaut jedem casus zusteht, dem nom. 
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wie allen übrigen, lediglich in den keltischenfund finnischen sprachen se 
hen wir solches m den nom. miteinnehmen, wie der Franzose c’est moi, der 
Irländer is mi, is mise, der Däne det er mig für das bin ich, ich bin es( 1 ) sa 
gen. diese verhältnismäszig jüngeren erscheinungen vermögen gleich wol der 
regel nichts zu benehmen, warum also sind ich und mein mir mich verschied- 
nes Stamms, du und dein dir dich desselben? 
f ^ Der grund hiervon scheint eben darin gelegen, dasz nur ich das den- 
A^’kende ist, jeder oblique casus bereits ein gedachtes setzt, in zweiter person 
^4* uii-ft iferju*, — hingegen war schon du das gedachte und vom obliquen casus nicht unter- 
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