Full text: Über den Personenwechsel in der Rede

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Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 212 
zeit sicher weit verbreitet und ist treuherziger als er. bald aber ist vor die 
ser allernatürlichsten anrede gleichsam eine scheu eingetreten und einzelne 
mundarten gehen des du fast verlustig. 
Selbst der römischen rechtssprache war die anwendung der ersten 
und zweiten person neben der dritten nicht fremd, ich finde abwechselnd 
si possideam, possideas, possidemus, possidetis als ausdruck für die sich 
^ 0,1 ''*?h viel mit possidet, possideat. 
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nach sagen und denken, 
igste aller hier angestellten betrachtungen 
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;n unterschied wahrgenommen, der für die 
achdem ihnen ein verbum des redens oder 
ch alle rede, wie oben gelehrt wurde, aus 
dasz eine redend eingeführte zweite oder 
hren dürfen, sobald sie der erzähler frei 
gleich nachher beleuchten will, sprechen 
»lglich sowol erste als zweite person und 
is ausdrucks gesteigert werden, denn nun 
ten person, die dritte mit der ersten und 
denkende wie redende person bleibt auf 
iränkt. beispiele werden dies klar machen: 
oren. kann nicht anders lauten, <X* 0& 
oren = du sagst, du bist verloren. ^ 
n = er sagt, ich bin verloren. 
rloren = ich denke, du bist verloren. 
rloren = du denkst, du bist verloren. 
een = er denkt, ich bin verloren. 
= er denkt, du bist verloren, üUn J) 
so dasz nach denken zwei ausdrücke mehr statthaft erscheinen als nach reden, »mV,ufc c «^y 
nemlich in der ersten und dritten person. heimlich kann der denkende sich 
du nennen, in lauter rede würde dies du auf die äuszerlich zweite person, ey Ji c)(>ß c)<Jh^»fo 
nicht auf ihn selbst zurück lenken, die zeilen in Göthes liede (1uKt»Uiuc/ (yJß.1 
ach denkt das Veilchen, war ich nur So bdiovi £^t\^ ^ $ hy* noA i 
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