Full text: Über den Personenwechsel in der Rede

Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 212 
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18^8, ^ofcK- ^ as kann sc h° n die fassung unserer rechenbücher und recepte be- 
e^fouu4 io d.mb/ St ^§ en# e ^ ma ^ s biesz es: wenn du drei mit vier multiplicierst u. s. w. oder 
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wenn ich drei mit vier multipliciere; heute, wenn man drei mit vier multi 
pliciert. lateinisch schreiben die ärzte noch, oder kürzen ab was gelesen 
werden musz recipe, solve, misce; auf deutsch aber drücken sie sich aus: 
man nehme, löse auf, mische. Alle alten kochbücher sagen gedrungen: 
nim einen Stockfisch, tuo im die hüt abe u. s. w. bis zum schlusz: betrauf 
in vei^t mit butern und gib in hin! statt dasz es jetzt heiszt: man nimmt — 
und läszt ihn auftragen oder servieren. 
Notker, in seiner Verdeutschung einiger aristotelischen Schriften, be 
dient sich oft der ausdrücke nu fernim, lirne, wile du cheden, wile du 
sprechen, so chistu, uberstephist tu den namen u. s. w., hat aber auch: 
man chede aide ne chede, sive aliquis ponat, sive non ponat. 
Unsere zehn geböte halten im urtext und in allen andern sprachen die 
kindliche zweite person fest; den zwölf tafeln ist bereits dritte person und 
eingang mit si quis oder qui für die strafbaren fälle geläufig, alle deutschen, 
lateinisch abgefaszten volksrechte haben dies si quis, die ahd. Übertragung 
V|olkJv\ rvunTvJt ^cüujSboX des lex salica sohuerso, die friesischen gesetze hväsä, sähvasä, in den ags. 
ynoJi), ir>£_Umi>k wechselt gif hvä, gif he, gif man. auch die meisten altn. gesetze zeigen 
madr oder andere substantiva, gern mit vorangehendem nu, z. b. Ostgötalag: 
nu dör bonde, nu far prästär, nu liggär lik, nu sitär bonde, nu giptis bonde; 
moTva ^«Vestgötalag: a maf)er böl, ganger prester, värj)är ma£>er dräpin, dräpär 
ma|)er man; Frostajfingslag: ef madr, nu ef madr. merkwürdig aber er 
scheint in Gotlandslag oft noch die zweite person mit dem entsprechenden 
imperativ, z. b. drepr ]du mann . . . J>a byt (büsze) J)riar marcr, slar |)u 
mif> stangu e|)a yxar hambri, byt siex oyra, sargar |>u mann, byt tolf oyra. 
s. 20; tacr £>u mann i har, J>ar liggia vif)r tolf oyrar helgis brut, drepr J)u 
mann a jbaim friffi, J>a byt so miclu vereldi, sum hinn er dyr, sum ]bu drapt. 
s. 22; slar ]du manni tendr i hafj)i, J>a bytir (büszest) J)u so huern, sum 
hann dyrir ir, tacr ]du manni i har mit anni hendi, byt tua oyra. s. 41. da 
diese stellen gerade in den abschnitten von mannhelgi und von wunden be 
gegnen, anderwärts aber im gesetz (z. b. s. 34) auch maf)r (mann) gebraucht 
ÄuJk w i r d> erschiene das schlägst du, für wenn einer schlägt, Überrest alterthüm- 
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OvuA s. 195, dasz östlich des Lechs der landmann du bist, du mainst, du kanst 
Ko'n/*4* * 4b tuyxh'fjtd'. tryß • für man ist, man meint, man kann sageÄ; ein solches du war in unsrer vor- 
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^(x AL ’ 0 fetuh wirc b erschiene das schlägst du, tür wenn einer schlägt, Überrest alterthüm- 
> j 9tu ' licher fassung der busztaxe. Schmeller bemerkt in den mundarten Baierns 
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