Full text: Über die Namen des Donners

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 210 
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cui^ susurrus, murmur, bombus, humaan murnuir eclo, humahdan murmur subitum 
cieo, huuhmadun obmurmuro und mit yerschobnem laut kumaus sonus subi- 
tus, clangor, kumahdan resono, tundo, ferio, kaum darf noch in zweifei stehn, 
dasz im golh. iumjo und hiuhma, hiuma dieselbe Vorstellung zu suchen sei, 
die sich in den finnischen ausdrücken offenbart. die bedeutsamkeit der 
nordischen donnerriesen Ymir und Hymir wird durch den nachgewiesenen 
gothischen und finnischen einklang auf das doppelte erhöht, es ist dies eine 
kleine, aber wichtige entdeckung für unsere älteste mythologie überhaupt, 
und manches musz sich daraus folgern lassen. 
III. Man könnte einwerfen, in diesen gothischen Wörtern sei nur der 
begrif des geräusches, der turba, nicht der bestimmte des donners enthalten; 
bei einem dritten, noch merkwürdigeren ausdruck wird ein solches bedenken 
gar nicht obwalten. Ulfilas, der im alten testament das wort donner nach 
seiner vollen sinnlichen bedeutung zu verdeutschen gehabt hätte, dann auch 
in der Offenbarung Johannis, wenn er zu deren Übertragung gelangte, wieder- 
holentlich darauf gestoszen sein würde, liefert es in unsern bruchstücken nur 
zweimal, nemlich Marc. 3, 17 und Joh, 12, 29, beidemal unter eigentüm 
lichen bezügen des textes selbst, auf die ich im verfolg zurückkommen werde, 
in der ersten stelle gibt er den zunamen der Zebedaer Boanerges, o hnv vlot 
ßgour/jg, vulg. quod est filii tonitrui, J)ata ist sunjus J^eihvons, und Joh. 12, 
29 sXeysv ßgcvryv yeyovevca, vulg. dicebat tonitruum factum esse, qejum jaeihvon 
vairj>an. er schlieszt sich also darin näher an den griechischen text an, dasz 
er ein weibliches substantiv wie ßqovry, nicht ein männliches wie tonitrus 
oder unser heutiges donner verwendet, sein J>eihvo, wenn man dahinter, 
wie hinter donner, ein höheres wesen zu vermuten hat, läszt sich als göttin, 
nicht als gott an, und die donnerin Theihvo stände auf gleicher reihe mit 
Iumjo. was aber vor allem ist aus diesem J)eihvo sprachlich zu machen? 
die buchstaben gemahnen an leihvan £sivd£siv, ahd. lihan, denn das dem goth. 
h folgende v verliert sich im ahd. und aus saihvan wird sehan, aus ahva aha, 
folglich wäre |)eihvo in ahd. dihä, oder nach heutiger aussprache umzuschrei- tuK*, 
ben in deihe. unserm^deihen, gedeihen, ahd. dihan entspricht aber goth. 
J^eihan crescere, ohne steht also von |}eihvo ab und es schiene auch schwer 
aus der Vorstellung des gedeihens und Wachsens die des donners ungezwun- 
t?aJßAttuT h™ ^ ^°] § en herzuleiten. Zunächst ist uns nochmals die finnische spräche zu auskunft 
bt dJL/a vh V und hülfe bereit, wie jumaus, humaus, kumaus heiszt auch teuhaus strepitus, 
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