Full text: Über den Ursprung der Sprache

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Jacob Grimm 
aber in die eigenheiten beider tbeilt. Durch die Unterscheidung der ge- 
schlechter wird mit dem glücklichsten grif, wie durch einen ruck, in alle 
lagen, denen das nomen unterzogen werden mufs, regel gebracht und 
klarheit. 
Diese lagen sind zumal Verhältnisse des casus und numerus. während 
nemlich den gerad stehenden, im satz herschenden casus ein pronomen kenn 
zeichnet, müssen die obliquen casus ihre räumlichen begriffe durch partikeln 
ausdrücken, die gleich jenen auxiliären des verbums dem nomen hinzutre 
ten, nach und nach fest mit ihm verwachsen manigfache flexionen erzeugen. 
Den flexionen, als sie entsprangen, wird solcher Verengungen und zusam- 
menziehungen wegen überwiegend langer vocal oder diphthong zugestanden 
haben und wie er sich verdünnte, die flexion erblafst sein. In den neueren 
sprachen sehn wir endlich die erblichne flexion fast oder ganz gewichen und 
von aufsen durch artikel und praepositionen ersetzt, welche uns ahnen las- 
las, dafs die flexion selbst einmal aus ähnlichen bestandtheilen hervorgegan 
gen sein muste. Wenn das franz. le loup und du loup dem lat. lupus und 
lupi gleich steht, nachweislich aber aus ille lupus, de illo lupo entsprungen 
ist, so folgt dafs auch der ausgang s ein pronomen enthalten und die flexion 
i auf eine volle ursprüngliche form zurück geleitet eine partikel erscheinen 
lassen werde. 
Da nun die partikeln selbst, mit ausnahme der dem angebornen Or 
ganismus heimfallenden, halbthierischen interjectionen, ursprünglich leben 
dige nomina oder pronomina waren, denen nach und nach abgezogne func- 
tionen beigelegt werden, so ist der spräche lebendiger kreislauf abgeschlossen. 
Die spräche kann einzelne und grofse vortheile fahren lassen, z. b. 
das medium und passivum, den Optativ, viele tempora und casus der form 
nach aufgeben und sich dafür mit deutlicheren Umschreibungen schleppen 
oder auch den sinnlichen ausdruck mit gar nichts ersetzen, z.b. die schöne, 
beholfne dualform, ein zeitlang erreichten wir noch das skr. tschaksusi, das 
gr. oorfxe durch beide äugen, das gr. %sgo7v durch mit beiden händen, und 
der beisatz erweist die naturgemäfsheit des alten dualis, endlich genügte das 
blofse äugen und händen. 
Ich bin in raschen Umrissen über reichhaltige, unerschöpfliche, meinem 
vortrag sich hier oft versagende sprachverhältnisse geglitten, um noch für 
eine allgemeinere betrachtung der angesetzten drei periodeu raum zu gewin-
	        
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