Full text: Über das Verbrennen der Leichen

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Jacob Grimm 
blies ein heftiger sturm, wodurch die flamme verstärkt, die lohe noch mehr 
angefacht wurde. 
Neben dem botschafter des chalifen stand einer von den Russen, den 
er mit dem dolmetsch sprechen hörte und nach dessen Worten er sich er 
kundigte. es waren diese: c ihr Araber seid doch ein dummes volk. ihr 
nehmt den, der euch unter den menschen der geliebteste und geehrteste ist, 
und werft ihn in die erde, wo ihn die kriechenden thiere und würmer fres 
sen. wir dagegen verbrennen ihn in einem nu, so dafs er ohne aufenthalt 
ins paradies eingeht/ dann in unbändiges lachen ausbrechend fügte der 
Russe hinzu: "seines gottes liebe zu ihm machts, dafs schon der wind weht 
und ihn im augenblick wegraffen wird/ und traun, keine stunde vergieng, 
so war schif und holz und mädchen mit dem verstorbnen zu asche gebrannt. 
An der stelle, wo das aus dem flufs gezogne schif gestanden hatte, 
führten sie einen runden hügel auf, in dessen mitte an einem grofsen bü 
chenscheit der name des verstorbnen und des königs der Russen geschrieben 
wurde, alsdann begaben sie sich weg. 
So weit reicht Ibn Foszlans nachricht, welcher Frähn s. 104. 105 
noch ein paar andere aus arabischen Schriftstellern beifügt. Mas'udy sagt 
von den Russen und Slaven, die einen theil der Chasarenhauptstadt Itil be 
wohnten: hi defunctorum cadavera una cum jumentis, supellectili et ornatu 
comburunt. uxores cum maritis defunctis cremantur, non item viri cum 
uxoribus. si quis caelebs moriatur, mortuo tarnen feminam uxoris loco ad- 
dunt. hae autem omnes hoc mortis genus comprimis expetunt, sic enim 
aeternam felicitatem adepturos esse credunt. hactenus autem illi populi ab 
Indis hac in re differunt, quod apud hos nulla uxor, si noluerit, cum viro 
comburitur. Von den heidnischen Slaven (Saklab) berichtet Schemseddin 
Dimeschky: diese verbrennen ihre könige, wenn sie gestorben sind, und 
mit ihnen knechte, mägde, weiber und alle, die zu ihrer nächsten Umge 
bung gehörten, den Schreiber, wesir, den gesellschafter beim becher und 
den arzt. 
Auch der Byzantiner Leo Diaconus, der um die mitte des zehnten 
jahrh. in Kleinasien geboren, im j. 966 nach Constantinopel gekommen, von 
den Verhandlungen zwischen Johannes Zimisces und Svätoslav (Xcpsv&oo’SXa- 
ßog) aber genau unterrichtet war, erwähnt (ed. bonn. p. 149 ff.) unter dem 
j. 972 von den ihm als Skythen erscheinenden Ros d. i. Russen folgendes:
	        

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