Full text: Über das Verbrennen der Leichen

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 203 
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Jacob Grimm 
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gen, oder das altsl. schipok rosa cariina, russ. Setup’ dorn, böhm. sip, sjpek 
hagedorn mit jenem hiufo, hiefo, da slay. sch öfter unserm h entspricht. 
Bustum wird in ahd. glossen (Diut. 1, 167), nach beiden lateinischen 
bedeutungen, übertragen fiuristat, dar man prinnant, edo daz crap taotero, 
ubi homines comburuntur aut sepultura mortuorum; dann auch durch aimu- 
ria, eimurra, altn. eimyrja, ags. aemyrie, d. i. glühende asche im gegensatz 
zu falawisca, der todten asche. die tradit. fuld. nennen ein dorf Beinrestat, 
d. i, peinirö stat, locus ossium. 
Zuletzt sei noch einer in alemannischen landstrichen gangbaren benen- 
nung gedacht, mit welcher man vorchristliche, heidnische grabhügel unter dem 
yolke kennzeichnet, sie heifsen dort schelmenacker, schelmengrube, schel- 
mengasse, oder auch blofs schelm und schelme ( 1 ). ahd.scalmo scelmo, drü 
cken aus pestis, lues (Graff 6, 4SI), jener name scheint also auf die durch 
eine seuche oder schiacht weggeraften menschen zu gehn, wie ahd. wuol 
strages clades, das ags. völ hingegen lues, pestis besagt, beide rühren an 
den begrif der walstätte. Beachtenswerth ist eine von Mone s. c 215 beige 
brachte angabe aus dem j. 1475 c im brand zen haidengrebenT, hier hat sich, 
scheint es, unter dem volk die erinnerung an das verbrennen fortgepflanzt. 
Ich wende mich zu den FRANKEN, auch bei diesem tief in Gallien 
eingedrungnen volksstamm, dessen Übergewicht und frühere geschichtschrei- 
bung vorzugsweise nachricht über die bestattung der todten erwarten lassen 
sollte, gehn wir leer aus an unmittelbaren Zeugnissen. Gregor und Frede- 
gar, denen der heidnische brauch sicher noch bekannt sein muste, enthalten 
sich seiner zu erwähnen ( 2 ). Im jahr 1653 wurde zu Tournay ein reiches 
grab entdeckt, in welchem sich ein schwert mit goldnem grif, eine gold 
schnalle, über hundert römische goldmünzen, alle des 5 jahrh., dreihundert 
goldne bienen,[die knochen eines grofsgewachsnen mannes, daneben der Schä 
del eines jünglings fanden, die eisenklinge des Schwertes zerfiel an der luft, 
alles übrige ist sorgsam zu Paris auf bewahrt ( 3 ). höchst wahrscheinlich sind 
die Überreste Childerichs, der im j. 481 noch als Heide starb (erst sechzehn 
( 1 ) Mones Urgeschichte des badischen landes 1,215-218 hat eine menge von belegen. 
( 2 ) Freilich im Hunibald steht einmal: Salagastus moritur et combustus urnae imponitur. 
Trithemii opera, Francof. 1601 fol. p. 83. 
( 3 ) Chifletii anastasis Childerici. Anty. 166l. Mabillon ceremonies sepulcrales des rois de 
France. CXutlA \ & 5 5*
	        

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