Full text: Über das Verbrennen der Leichen

über das verbrennen der leichen. 
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essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 203 
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dem sieg des christenthums, seit griechische, jüdische und christliche secten 
vordrangen, genug anhänger derselben, die ihre leichen der flamme entzogen. 
Die bestattungsgebräuche der ALTITALISCHEN Völker, von jenem 
durchbrechenden gegensatz zwischen Latinern und Trojanern abgesehen, 
sind uns verschollen. Auch in Etrurien scheint beerdigung ältere sitte, die 
später dem verbrennen wich und nur noch für blitzerschlagene beibehalten 
wurde, in den gräbern finden sich ganze leichen eingescharrt und grofse 
steinsärge neben den gewöhnlichen urnen aufgestellt (O. Müller 2, 160.) 
Von den leichen der GALLIER ertheilt Julius Caesar wichtige nach- %% 
rieht 6, 19: funera sunt pro cultu Gallorum magnifica et sumtuosa, omnia- 
que quae vivis cordi fuisse arbitrantur in ignem inferunt, etiam animalia, ac 
paullo supra hanc memoriam servi et clientes, quos ab iis dilectos esse con- 
stabat, justis funeribus confectis, una cremabantur. das brennen ist also 
hier unzweifelhaft und zum überflufs sagt Mela III. 2, 3: itaque cum mortuis 
cremant ac defodiunt apta viventibus. olim negotiorum ratio etiam et exactio 
crediti deferebatur ad inferos, erantque qui se in rogos suorum velut una 
victori libenter irnmitterent. Mit Caesars meldung mufs man aber noch ver 
binden, w r as er 6, 17 voraus geschickt hatte: alii immani magnitudine simu- 
lacra habent, quorum contexta viminibus membra vivis hominibus complent, 
quibus succensis circumventi flamma exanimantur homines. hier handelt eslurfrfiui. 
sich nicht von leichen, sondern von menschen, Verbrechern oder unschul- . 
digen, die den göttern zum opfer dargebracht und der flamme übergeben ßin&v Ko(a 
werden; das weidengeflecht (sarmen) mahnt wieder ans vy)(rai 7rvgdv, und 
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Ossians nebelgeister der hei- j 
r hügel deckte, bewust. Aber 
an die zurüstung des Scheiterhaufens bei andern Völkern. Busta Gallorum 
hiefs ein ort in den Apenninen, wo eine niederlage der Gallier erfolgt war 
(Procop. b. goth. 4, 29.) 2-Ö 
Aus dem spätem alterthum der Kelten weifs ich kein zeugnis für den tm 
leichenbrand aufzuweisen und es befremdet darüber gar nichts weder in 
irischen noch welschen quellen zu entdecken 
den sind sich keines verbrennens, bevor sie der 
nichts wird auch einzuwenden sein gegen die aschenurnen und brandüber- 
reste, die in entschieden keltischen gräbern allenthalben w r ahrzunehmen sind. 
Und sollte nicht das ir. draighean, gal. draighionn dorn, draighneach schwarz- 
dorn, draighbiorasg zunder, drag feuer auf das entzünden des feuers mit 
dörnern leiten? draighean ist das welsche draen, armor. drean = sl. tr’n”, ^ facYV 
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