Full text: Über das Verbrennen der Leichen

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Jacob Grimm 
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dert, des Patroklos im 23, des Hektor im 24 buch der Ilias, und des Achil 
leus im 24 der Odyssee, unter welchen doch die erste die ausführlichste und 
TYlewncuA Ueulv C**^ . ergreifendste ist. Nachdem holz im walde gefällt und das gerüste errichtet 
Jt r *^\jU. ■ 3t"6 • ß[Q • war, wird des Patroklos leiche darauf gehoben, Achilleus schneidet sich sein 
FuVqhaupthaar abjund legt es in des todten freundes hand, wirft dann vier hohe 
} Kok *ifi)(® Y rosse, zwei von neun haushunden geschlachtet und zwölf getödtete zum sühn- 
opfer ausersehne Troer aufs gehölz, das nun die flammen verzehren. Ze- 
phyros und Boreas werden angerufen die glut anzufachen, als das gerüste 
zusammen gesunken und die flamme gestillt war, 
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kehrten die winde heim, die krieger sammelten das weifse gebein aus der 
asche,( j ) legten es in ein goldgefäfs und schütteten darüber auf der brand- 
stätte selbst den hügel. Ebenso verfahren die Troer mit Hektors leichnam, 
nur dafs keines mitverbrennens der thiere, noch begreiflich der gefangnen 
erw r ähnung geschieht. Sowol des Patroklos als Hektors leiche waren mehrere 
tage liegen geblieben bevor sie zum brand gelangten, ausdrücklich heifst in 
der Odyssee von Achilleus, dafs er erst am achtzehnten tag nach dem tode 
sei verbrannt worden. Auf die bestattung selbst folgten bei Achilleus wie 
Patroklos leichenspiele, kampf und wagenrennen. ( 2 ) Beim heerzug der 
ftrv^Ti>>ucJk sieben gegen Thebae standen, wie Pindar sagt (Nem. 9, 54. 01. 6, 23) kirra 
oAcßi/UeA fetaV* Kvgal vor der stadt sieben thoren, man hat doch anzunehmen, eigentlich nur 
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um die leichen der gefallnen Thebaner zu verbrennen. Wahrscheinlich zehrten 
stattliche Scheiterhaufen, wenn ihre menge nicht zu grofs war, alle im treffen 
gefallnen krieger gemeinschaftlich auf (II. 7, 333 — 336) und was von der zeit 
verheerender seuche giltmufs sich auch auf die die des kriegs anwenden lassen. 
Dafs bei den Griechen verbrennen der leichen vorwaltete lehrt am 
deutlichsten der technische ausdruck 3’ct7rreiv y der gar nicht w r eiter aufs ver 
brennen andrer gegenstände angewandt wird, da er doch ursprünglich der 
unmittelbaren Wirkung des feuers gehörte, wie die sanskritwurzel tap cale- 
facere, urere, pers. taften, lat. tepere, folglich auch das ags. J>efjan, ahd. 
depan, vgl. nhd. dampfen weisen, doch hat sich das wort recpga cinis^wef^ 
ehern ich jetzt, der unterbrochnen lautverschiebung ungeachtet, das ags. 
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( 1 ) ’OcrrsoXoylcc, ocrToXoyla Diodor 4, 38. lat. 
( 2 ) Leichenspiele II. 23, 238. Od. 8, 100. 24, 70, 
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Statius Theb. 6, 296. Virg. Aen. 5, 104. 
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