Full text: Über das Verbrennen der Leichen

über das verbrennen der leichen. 
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essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 203 
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Kein volk, meines wissens, war von den schauern des engen dumpfen 
grabes stärker ergriffen, als das der alten Sachsen und Friesen, seit sie vom 
brennen zum begraben sich zurück gewandt hatten, lese man nur die ge- 
spräche der seele mit dem begrabnen leichnam im cod. exon. s. 367-377 (*) 
oder ein kleines c das grab 3 überschriebnes gedieht in Thorpes analecten 
s.142, dessen w r orte und Wendungen denen des friesischen rechtsbuchs be 
gegnen, wo ein kind klagt um seinen vater, der es gegen hunger und nebel 
kalten winter schützen sollte: quod ille tarn profunde et tarn obscure cum 
illis quatuor clavis est sub quercu et pulvere conclusus et coopertus, ich erW 
habe die lateinische fassung ausgehoben, obgleich die ursprüngliche friesi 
sche noch einfacher klingt. Liegt in dieser unbeschreiblichen wehmut auch ac^, oi 
etwas keltisches? denn bei Ossian heifst es öfter c ans an talla chaol gun leus\ 1 
im engen dunkeln hause ohne licht. jWe £eiuh.Qp&c * «OirL'i 
Wir nennen das grab ein bett ( 2 ), eine ruhestätte der entschlafnen** Y 
(KOLfjLY,TYigiov), wo sie nach irdischer arbeit ungestört rasten 
dens ( 3 ) und der stille, das mag viel mehr von den heidnischen 
die noch kein pflüg aufgeackert, keine habsucht oder neugier erbrochen hat, \ m i ow l)!r r^oU-erv luy* ttro** 
als von den gräbern christlicher kirchhöfe gelten; der todtengräber und die ^aJl. (koJb<K $>oJdC c^oJb 
clowns im Hamlet wissen, wie lang es dauert, bis ein platz für neue gräber mevmer* T^eßoe 
wieder umgegraben werden mufs. es gibt keine unsrer Städte, in der nicht 
strafsen über alten kirchhöfen gepflastert wären; so mächtig waltet das be- 
dürfnis der lebenden raumbeengten menschen, dafs es nur wenig rücksicht 
auf die todten zu nehmen gestattet, kaum wird auf unsern todtenhöfen ein 
grab nachzuweisen sein, das sich über einige jahrhunderte hinaus behauptet 
hätte, und bald liegt alles vergraset, verrostet, verwittert ( 4 ), das sind keine 
houses which last tili doomsday ; wie tiefe Wahrheit liegt in jenen Worten 
des Tacitus von den Germanen: sepulcrum cespes erigit, monumentorum 
Hätte der entschlafnen^rT^^^ 
iten, ein haus des frie- ßittyx 
dänischen grabhügeln, ^poK^o VuL«o^jtt, 
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arua fne-funCT • 
\roj.V. 10/ . 
(*) auch in mhd. gedichten: ich sihe din gebeine rozzen, 
daz hat diu erde gar vernozzen. 
todes gehügde 631. 
( 2 ) intheket mir thaz ketli, 
thaz mines friuntes betti. 
O. III. 24, 82. 
( 3 ) friedhof, mhd. vrithof, ahd. frithof atrium, geschützter, eingefriedigter raum. 
( 4 ) schon Sidonius Apollinaris epist. 3, 12: jam niger cespes ex yiridi, jam supra antiquum 
sepulcrum glebae recentes. 
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