Full text: Über Schenken und Geben

^ IA> I V > . _ ^ . _ . 
lf.l^/5^4 6lt\ ^OCAa <Xa^ 
Q)ß^>^/WV^ KdL^iY* Y^Oü* lyLft 
Orfxht* 6L& ^ vo/ VCju<*' 
c)ßA Ka'tA ^cMt4^ . 
im j. 937 ein Sanctgaller mönch dem könig Conrad messe gelesen hatte, 
ward ihm zum lohn dafür gold auf des königs füfse gelegt: post missas per- 
actas vix ille coactus pedes imperii, ut moris est, petere, auri imcias in eis 
positas sustulit. ad imperatricern autem, ridente imperatore, per vim tractus, 
et ibi aurum ejus sumpsit e pedibus. Mahtilda quoque soror ejus anulum 
illi in digitum, vellet nollet, inseruit. die worte 'ut moris est 5 bezeugen, dafs 
nach damaligem hofgepränge kaiser und kaiserin das geschenkte gold nicht 
selbst übergaben, sondern von ihren füfsen abnehmen liefsen. die auri un- 
ciae schliefsen nicht aus, dafs es, wenigstens beim Ursprung der sitte, abge- 
wundne beinringe waren, und wie malerisch ist es sich einen hohen gebieter 
zu denken, welcher seinen fufs hinhält, damit der, den die gäbe beglücken 
soll, sie selbst erst losbinde, das abbinden scheint hier so bezeichnend wie 
das anbinden, jenes darreichen mit dem speer so symbolisch wie das empfan 
gen mit dem speer. 
Ich nehme noch mit was dieselben casus s. 84 von diesem könig Con 
rad berichten: infantulis per ordinem lectitantibus et analogio descendentibus 
aureos in ora ad se elevatis misit. quorum unus pusillior cum clamitans 
aureos exspueret: 'iste 3 inquit c si vixerit bonus quandoque monachus erif 5 . 
mich gemahnt dies stecken der goldstücke in den mund an die art und weise, 
wie des reichen Olvaldi söhne sich in das geerbte gold theilten, jeder nahm 
immer einen mundvoll. Sn. edda p. 83. 0^/* 
Vc(L S Mty$A' ßw ffh y 
0 I / 
fcua’o [ß(‘ CTmVeT'rmCßJaAao 
I j ,n 
frc)im 
c)m PäpÄQmj.. , fiueder fähicub 
wofujiky\ fc cfe$v~ ■ 
L (f^ (u 
'(jX v -tO ; l. mf(A OjMcK. . 
Öl' 
Ol 
Doch ich thue dieser Zusammenstellung alterthümlicher bräuche beim 
geschenk einhalt, vielmehr ich hätte sie überhaupt hier unterlassen, wäre mir 
nicht angelegen gewesen einen philologischen aufschlufs zu wagen, dem zu 
gefallen sie voraus gehn muste. 
Fällt es nicht, wenn wir die deutsche spräche zu den ihr urverwandten 
halten, höchlich auf, dafs eins unsrer geläufigsten und in allen dialecten glei 
chen verba in keiner einzigen jener sprachen zu spüren scheint? ich meine 
geben, goth. giban, ahd. kepan, ags. gifan, altn. gefa, das überall einfaches 
dare und donare, also den begrif ausdrückt, dessen sinnliches auftreten ich 
eben vorhin zu schildern gesucht habe. 
Die unabweisbare herkunft von schenke dono aus schenke fundo er 
wogen finde ich auch giba gaf dennoch in dem griechischen %su) wieder, das 
i) in 'hw 
J\ OM 
yv® 119. iw [*. u*jVV < ' 153,. 
i n A V A. i ..n K A 11 i /)i i Si i » v K 
(
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.