Full text: Über Schenken und Geben

Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 202 
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Keisersperg in der predigt vom kaufmanschatz (brösamlin, Strafsb. 
1517 bl. 92* 95 c ) redet zweimal von kleinen flittergeschenken, welche die 
buhler den ehfrauen machen, die sie auf den ermel stecken und daran tragen : 
sie kromen etwan ein hellerwert guffen oder ein blasbalg yff einen ermel, Mennajilt^ y 
Die andere stelle ouq 
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daruff müssen sie in den tragen, und die man lachen sein, 
ist ausführlicher: mein meinung ist auff hüt wollen sagen von den ynnützen 
kremern ynd kauflüten, der war nüt not ist, sie haben leichtfertige ding feil, 
als schnurren, rechen, blosbelg, abbrechen, flöchfallen, blawenten, die yff J4-. 
holdtschuhen gon, vnd scheiden, vnd dergleichen thorechte ding, die wil ich 
nennen frawenkremer .... ynd etwan so kummen sie vor denselben kremen 1T4/4^Ü 
zusamen , ynd so mufs er ir ein blasbalk kauffen, so kramet sie im ein ab- 
brechen, die ding machen sie dann yff den ermel, vnd so yerstond sie 
dan einander was es bedütet, vnd der eeman lachet sein dan ynd ist gar ein ( 1 * • 
fein ding vnd ist als narrenwerk, c was wiltu vns davon sagen? 3 sprichstu. >uiÄcf)e&x 
TT,« wirr! mir nirht. Ipirht rlip bipr prprmnntpn fralnntpripwnarpn nllp 7.n rlpntpn ; V&iMcTV 6twJO6 ' 
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Es wird mir nicht leicht die hier genannten galanteriewaaren alle zu deuten, f 
Meusebach, den ich nur darum zu fragen brauchte, lebt nicht mehr, unter den O^n 7r\aA 
blasbälgen darf man nicht das küchengeräth selbst verstehn, sondern zierrat, KfveJwxv }rfrt&- 
das die gestalt des blasbalgs nachahmte und wer weifs wozu diente; abbrechen 
sind lichtputzen bei Frisch 130 c , der s. 279 auch die flöhfallen schildert. I O.'t7) 
guffen heifsen noch heute in der Schweiz und dem Elsafs nadeln( 1 ); worauf 
es mir ankommt 
den ermel be 
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\ jt» ^ (*) franz, Simplicissimus s. 
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( 2 ) spätere anmerkung. 
179: gofen und nadeln. 
Meusebach hätte mich vor 
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allem auf eine ganz hierher sich 
Senkel '»ot* u NiA • 
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^ 03 fügende stelle Philanders von Sittewald gewiesen, in dessen drittem gesicht von den Ye- Aö^J. 
k ^ g f nusnarren s. 134 der Strafshurger ausgabe von 1677 folgendes gelesen wird: dise sind die 
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qv rechte mansverderberinnen, die man in redlichen gesellschaften weder leiden noch dulden 
rr> ^ solte, als die ihren ehemännern die seele quälen, das handwerk verstirnplen, das gewerh 
^ ^ und die handthierung verderben und alles, was sie ertappen und erschnappen können, an 
überflüssigen unnützen nichtswertigen losen leichtfertigen bernhäuterischen abenteuerlichen 
^ ^ cj cO lächerlichen närrischen fantastischen grillischen barmherzigen zauberischen und wider die 
natur selbst streitenden hausrat henken, als da sind zinnine kehrbürsten, zinnine kehrwische, 
zinnine krätzerlein, zinnine liechtbutzen, zinnine blasbälge, zinnine ofengabeln, zinnine 
bratspiefse, zinnine küchelgäbelein, zinnine feuerstecken, zinnine herdkesselein, und in 
summa zinnine holen, zinnine kluften, zinnine brandreiten, zinnine herde, zinnines holz 
und zinnines feuer machen lassen. Was also Kaisersberg zu ausgang des 15 jh. aus der 
sitte des Elsafses entnahm, konnte 150 jahre später Moscherosch (geh. 1601 -(- 1669) eben 
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