Full text: Über Schenken und Geben

Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 202 
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Also grofse gaben, wenn dies Bestätigung erhält, wurden, wie unsre 
bescherung am Christtagsbaum, feierlich aufgehangen, kleine gaben von 
schmuck und geräthe pflegten voraus frauenund kindern so zu geschehn, dafs 
sie ihnen auf den schofs gelegt, an hand oder arm gespannt, an den ermel 
geheftet oder gebunden, in den busen geschoben wurden( J ). erst dadurch 
° x m. A r^\ giengen sie in den leibhaften besitz der empfangenden über. Hiervon ist nun 
' V tiXOjvJL (/Ir mancherlei nähere auskunft zu ertheilen. 
ÖftAlTM Nach einer auch sonst wichtigen stelle in Hervararsaga (fornald. 1, 
494) soll jeder jungfrau eine spange an den hals gespannt werden 
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‘ I W. IV, 16,4- ‘ 
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im gedieht von zwein kaufmann 528, 730 wird der dirne, die etwas werben 
soll, und dann der frau selbst geld in den busen und das kleid geschoben: 
do schoup er ir zer selben stunt JfyTnuoftv{äug/* ca pueiw 
in ir buosen wol ein pfunt V^Kuy^f) ^0 b> 
und bot ir groze mieten. ^ ~L , ou« 
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wie noch heute bei kindtaufen der amme geld in den busen gesteckt wird. 
Das weisthum von Niederprüm (2, 533) sagt: und da die fraw mit iren kin 
dern erschiene (soll man) dero kind jedem ein verzigpfennig (verzichtpfennig) 
geben und der frawen auch sunderlich einen in den boesen stecken, 
das nemliche wird im weisthum von Walmersheim und Gondenbret (2, 537. 
j Oifctlji)t . ^edv.^D^ **44) wiederholt. pJftrvMj vrs^ben \ / 
1 I W jt kwAtom nktägestützt sein, ^ «*- —ft«— «„j., .... q on 
. fö ßi machen, was yc 
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gestützt sein, und für das ausfiittern der gewänder liefse sich aus Diut. 3, 90 geltend 
machen, was von Josephs tunica polymita (Genes. 37) gesagt wird: 
einen roch er ime seuof, 
der gieng ime an den fuoz 
mit phellole bestalt. 
O gäbe soll man lieblich bieten, nicht hinwerfen. MS. 2, 186 Ä : 
si batens vaste eteswaz geben mir, 
des si an ir lange hsete gehan, 
also warf si mir ir nadelbein dort her, 
in süezer ger 
balde ich ez nam. 
si namen mirz und gäbenz ir wider do, 
und erbaten si, daz si mirz lieblich böt. 
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